BERLINER OPERNPREIS 08
- von Neuköllner Oper und GASAG

"Der Sonderermittler"

 


Idee und Thema

Entführungen von Deutschen im Irak und Afghanistan sind ein dramatischer Teil unserer Gegenwart. Uns beschäftigt diese unheilvolle Austragung des Konfliktes. Wir finden: er sollte nicht allein der Darstellung der Medien und ihrer Bilder überlassen bleiben.
Als ein lebendiges, zeitnahes  Musiktheater mit sozialer Relevanz hat die Neuköllner Oper die Frage nicht ruhen lassen, wie es in den Köpfen und Herzen derjenigen aussehen mag, die als Führungskräfte in den Krisenstäben oft über Wochen und Monate für das Heil und die Unversehrtheit der Entführten arbeiten. In ihrer Arbeit und Verantwortung scheint uns in gewisser Weise auch die Grundfrage aller Bürger und Nationen aufgehoben: den politisch-menschlichen Konflikt von Weltanschauungen und Lebensweisen zu meistern, der unser Dasein wohl noch eine ganze Weile überschatten wird.

Der Berliner Opernpreis 08

Aus der künstlerischen Überzeugung heraus, dass heranwachsende Komponisten als Schöpfer öffentlicher (Musiktheater)-Werke sich ebenso an Maßstäben von künstlerischer wie auch inhaltlicher Relevanz entwickeln sollten, gab der diesjährige Berliner Opernpreis als Thema eine konkrete Vorgabe – einen zu vertonenden Einakter, in dessen Mittelpunkt die fiktive Figur eines „Sonderermittlers“ steht und in dem es jenseits der „politischen Bilder“ um die menschliche, persönliche Dimension geht bei jenen, deren „Job“ es ist, immer wieder die Probleme von Verschleppung und Befreiung lösen zu müssen.

Auf diese Weise entstanden zum BERLINER OPERNPREIS 08 zwei Einakter, die sich diesem Stoff, seiner textlichen Vorlage und musikalischen Möglichkeiten in unterschiedlicher Weise nähern. Da die Werke als fiktive, künstlerische Annäherung am Ort der Tätigkeit jener Krisenstäbe, also im Auswärtigen Amt spielen, ist eine Uraufführung in unmittelbarer Nähe zum AA eine großartige Möglichkeit, die angestrebte Verbindung von Kunst und Leben, Oper und Gesellschaft auf eindrückliche Weise erleben zu können. So verstehen wir die Möglichkeit der Präsentation unserer Preisträger in den Räumen der Deutschen Telekom auch als ein Zeichen eines bürgerschaftlichen Engagements für einen fairen, gewaltlosen Dialog der Kulturen in einer divergierenden Welt.



Gala, Preisverleihung und Aufführung der Preisträgerwerke am 28. Juni 2008 um 20 Uhr

Peripetie von Robert Krampe (3. Preis)
Der Sonderermittler von Constantin Bömers (2. Preis)

Libretto: Bernhard Glocksin


Inszenierung: Patrick Bialdyga
Musikalische Leitung: Hans-Peter Kirchberg
Video: Dennis Pauls
Kostüm: Elena Zielinski

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