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» … Ein erneutes Wunder von Neukölln haben Wolfgang
Böhmer als musikalischer Einrichter und Rainer Holzapfel als
Neutexter und Regisseur da hingeknallt, das das Hochaffektöse
der Barockoper einer Rezeptionshaltung von heute anverwandelt.
(… ) Hier spielt das völlig neu gefasste Familiendrama
mit Vater, zwei Söhnen, Haushälterin und junger Verwandten,
um väterliche Erwartungen, aufkeimende Erotik, um gegenseitige
Verletzung und kleinbürgerliche Fluchten. Der besondere Sound
durch das Instrumentarium mit Klavieren, Cembalo, Akkordeon, Harmonium,
Harfe, Toy Piano macht das Irreale der behaupteten Idylle und die
Brüchigkeit deutlich. Zweimal unterbricht musikalische Moderne
Händel: als
Orlando sich heimlich das rote Kleid überstreift, dann nachdem
er seine sexuelle Ambiguität am Rande des Mittagstischs als
Waffe gebraucht hatte und die Familie auseinander stob. (…)
Am Ende scheint die Idylle wiederhergestellt. Orlando, eine Nacht
in den Kühlschrank gesteckt, ist erstarrt, eine einsame Melodiesequenz
beendet einen großen Abend für die Neuköllner Oper.«
rbb
Inforadio – Kultur
Nach dem großen Erfolg im Herbst 2006 ist die turbulente
Oper des allein erziehenden, leicht überforderten Vaters,
seiner zwei pubertierenden Buben (die keine mehr sein wollen),
des Hausmädchens und der frühreifen
Cousine erneut zu sehen..
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