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100 Jahre Passage Neukölln – Das Passagenfest
Es ist der erste offene Passagenbau Berlins mit einem bis heute gleich gebliebenen Mix aus Kultur, Kommerz und Wohnen, eines der herausragenden Baudenkmäler Neuköllns und zugleich kultureller Leuchtturm der sich wandelnden Karl-Marx-Straße: Die Passage Neukölln wird 100 Jahre alt. Grund für alle Nutzer der Passage, gemeinsam mit allen interessierten Berlinern jeden Alters und jeder Herkunft ein Fest zu feiern: Jobpoint, Brot und Brötchen, Café Hofperle, Hausverwaltung Kopp, Lernladen, Kulturnetzwerk Neukölln, Neuköllner Oper und die Yorck Kino GmbH laden ein zum großen Passagenfest!
Passage – Kino – Foyer und Fenster des Durchgangs
Samstag, 11.9., 19.00 Uhr
Ausstellungseröffnung "100 Jahre Passage"
Hoffmannsche Festsäle? Excelsior? Volksküche? „Kanal 7“? Gesellschaftshaus?
Neuköllner Oper? Passage!!!
Die vielen Treppenhäuser, Säle, Wohnungen, Läden, Keller und Durchwegungen
der Passage haben viele Geschichten und Geschichte erlebt: In ihrer
Vielfältigkeit ist sie ein Mikrokosmos der letzten 100 Jahre Karl-Marx-Straße.
Der Historiker Ray Wolff hat ausgegraben und kann manches davon
sichtbar machen: Die Zeit der großen Bälle und Filme, das großbürgerliche
Wohnen „vorn“ und das der kleinen Leute „hinten“, die attraktiven
Läden wie den eleganten Schuhladen der Tokayers und das kleine Nähatelier
des jüdischen Schneidermeisters Max Rosner, von dem ein Kleiderbügel
übriggeblieben ist, von Chile-Solidaritätsveranstaltungen bei den
„Westberliner Kulturtagen“ im „Gesellschaftshaus Neukölln“ und dem
„Come together“ des späteren Hanns Eisler Chores, den Kampf um eine
neue Zukunft zwischen schwarz-rot-goldenen „Medienfesten“, einem
ehemaligen Kino-Saal voller dreireihig übereinander gestellter Schlafzimmerschränke
und der ersten Berliner „Hinterhofoperette“ – den Sieg trug der
heutige großartige Mix von Kultur, Handel und Sozialprojekten davon.
Eintritt frei
Passage-Kino, Großer Saal
Samstag, 11.9., 20 Uhr und 22.30 Uhr
Stummfilmnacht im großen Kino der Passage
Das Salon-Orchester "Non plus ultra" unter Leitung von
Winfried Radeke lädt ein zu einer Stummfilmnacht in eines der ältesten
Kinos Berlins. Es begleitet Filme, die tatsächlich auf dem Spielplan
des Kinos standen:
"Vordertreppe, Hintertreppe" (1914) mit Asta Nielsen und
"Lockendes Gift" (1928). Mit Stephan v. Bothmer begleitet
einer der profiliertesten Stummfilmpianisten Berlins den ersten,
ca. 20 minütigen Film (s.a. www.stummfilmkonzerte.de).
In der Pause tritt die Berliner Zaubererlegende Zauberkönig
Günter Klepke auf, gefolgt von dem 72minütigen Film, den
das Salonorchester mit einer Komposition begleitet, die Winfried
Radeke im Stil der Zeit dafür geschaffen hat.
Eintritt: 12 Euro / erm. 9 Euro
Treffpunkt Infostand Hof
Sonntag, 12.9., 14 bis 18 Uhr, um 18 Uhr Auslosung der
Gewinner
Die Familienrallye
Was und wer steckt denn in der Passage? Familien erkunden mit einem
eigenen Lageplan die vielen Räume der Passage und finden Antworten
auf die mitgegebenen Fragen an ausgewählten Orten. Und wer gar nicht
weiter weiß, kann sich an einen geheimnisvollen Hausgeist wenden.
Für Neugierige stehen Hörstationen bereit, die kleine Anekdoten
erzählen. Hier haben die „Geschichtsforscher“ von Lesen & Schreiben
e.V. unter Leitung von Kristin Möller bereits im Vorfeld spannendes
Material zusammengetragen.
Ebenfalls im Angebot steht unser Haus- und Hoffotograf, der Gäste
auf Wunsch in historischen Dimensionen ablichtet.
Für kleine und große Neugierige ab 6 und mit vielen Preisen...
Eintritt mit Kombiticket für das Passagenfest (3 Euro)
Café Hofperle
Sonntag, 12.9., 16/17/18 Uhr
Neuköllner Caféhaus-Musik
YeDo
Begüm Tüzemen, Gesang
Özgür Ersoy, Baglama/Mey
Sinem Altan, Klavier, Komposition, Arrangement
Ihre Musiksprache kennt kaum Grenzen. Sie artikulieren sich in sehr
kontrastreichen aber dennoch zueinander findenden Musikwelten. Ihre
Suche und Experimentierfreude führt sie weit in die Musikgeschichte
bis zur Gegenwart und besonders in die Beziehung zwischen Orient
und Okzident. Es ist also kein Zufall, wenn eine Arie Antiche aus
Italien fast unbemerkt in die Arme eines anatolischen Liebesliedes
fällt.
Die aus Istanbul stammende Sängerin Begüm Tüzemen verschmilzt unterschiedliche
Farben und Techniken des afroamerikanischen, europäischen und traditionell
türkischen Gesangs ineinander.
Özgür Ersoy überschreitet mit den Instrumenten Baglama und Mey der
türkischen Volksmusik Grenzen und befreit sie von ihrer üblichen
Rolle, indem er europäische klassische Werke auf diese Instrumente
adaptiert oder auch mit neuen Spiel- und Artikulationstechniken
aus verschiedenen Stilrichtungen experimentiert. Genau diesen Aspekten
kommt die in Berlin lebende Komponistin Sinem Altan mit ihrer eigenen
Klangwelt und Interpretation entgegen. Es erklingen immer neue Zusammenhänge
aus sehr bekannten und eher unbekannten europäisch klassischen und
populären Werken, türkischen und anderen Volksliedern, bis hin zu
zeitgenössischen Kompositionen sowie musiktheatralischen Beispielen
der unterschiedlichsten Musikkulturen.
YeDo ist zu Hause in beiden Kulturen, der europäischen und
der orientalischen. Die Künstler entdecken mit alten Werken eine
neue Musiksprache. Bisher weit entfernte Musikkulturen treffen aufeinander.
Dieser Kontrast wird entwickelt zu einer Synthese, die eine völlig
neue Form ergibt - bis hin zu neuen Kompositionen von Sinem Altan.
Eintritt frei
Treffpunkt Infostand Hof
Sonntag, 12.9., 14/ 16/ 18 Uhr
Führung durch die Passage
Die Passage zwischen der Karl-Marx-Str. 131/133 und Richardstr.
13 ist städtebaulich einer der markantesten Orientierungspunkte
und zugleich ein Angelpunkt von Kultur-/ Sozial- und Bildungsangeboten.
1910 fertig gestellt, war es bereits damals einer der größten bürgerlichen
Kulturorte Rixdorfs.
Im Quergebäude gab es von Anfang an ein großes Kino und ein Restaurant
mit zugehörigem Ballsaal, in dem u. A. Puppentheateraufführungen
stattfanden. Hier trafen sich auch viele Vereine, darunter der Gesangsverein
Melodia und der Artistenverein Viktoria. Andere Bereiche des Gebäudekomplexes
waren immer schon als Wohn- oder Gewerbebereich genutzt.
1985 unter Denkmalschutz gestellt und 1987-89 saniert, beheimatet
die Passage heute die Neuköllner Oper, die Passage-Kinos, das Kulturnetzwerk
Neukölln, aber auch den Jobpoint, den Lernladen, eine Suchtberatungsstelle,
einen Zeitschriftenladen, ein Café-Restaurant, eine Brot & Brötchen-Filiale
sowie eine Reinigung.
Eintritt frei
Saal der Neuköllner Oper - Treffpunkt Infostand Hof
Sonntag, 12.9. 10, 15 und 16.30 Uhr
Die Capriolas
Ein Chansonprogramm mit Menschen und Puppen
Judith Weidmann, Gesang, Puppenspiel
Katja Müller, Piano
Liebe, Träume, Älter werden – die Puppenspielerin Judith Weidmann hat Songs, Chansons von Meistern wie Friedrich Hollaender bis Georg Kreisler zusammengestellt, die um die zentralen Themen der Menschheit kreisen. Begleitet von Katja Müller am Piano schlüpft sie dabei mit ihren Puppen in unterschiedlichste Rollen.
Eintritt mit Kombiticket für das Passagenfest (3 Euro)
Café Hofperle
Sonntag, 12.9., 15.30 Uhr
Kreuz und Quer durch die Passage
Buchpräsentation
Interview mit der Architektin und Illustratorin Gabriele Fink zur Entstehungsgeschichte des Buches. Beteiligte Zeitzeugen, Interviewpartner und Akteure sind dazu eingeladen. Vorgestellt wird:
Kreuz und Quer durch die Passage
Ein Wimmelbuch mit Geschichten und Geschichte durch 100 Jahre
für Kinder & alle Anderen
Wie durch gläserne Dächer und Wände gesehen, erhalten die Leser in detailreichen Wimmelbildern Einblicke in unterschiedliche Gebäudeteile der Passage in Neukölln. Dieses besondere Haus mit Kinos, Ballsaal, Läden, Kegelbahn, Fotoatelier und Opernhaus wird in den verschiedenen Jahrzehnten zum Leben erweckt.
Berichte, Zeitzeugen-Erinnerungen und Geschichten, historische Fotos und Dokumente unterlegen die realen Zeitbezüge, informieren über die Wandlungen im Haus und die Menschen, die rund um die Passage lebten und leben.
Die „Schöpferinnen“ dieses Buches sind seit langem mit Neukölln und der Passage verbunden. Gabriele Fink, Illustratorin und Architektin, hat u. A. die Passage für die Neuköllner Oper umgebaut. Die Grafikerin Regina Gößwald ist in Neukölln aufgewachsen und seit vielen Jahren im Museumsbereich tätig.
Eintritt frei
Saal der Neuköllner Oper
Sonntag, 12.9., 17.15 Uhr
Weltreiche erblühten und fielen. 650 Jahre Geschichte Rixdorf und Neuköllns
Präsentation des Neukölln-Comic mit Anna Faroqhi, Dr. Dorothea Kolland und Mario Pschera
650 Jahre Rixdorf waren für das Kulturamt Neukölln ein willkommener Anlass, das Stadtjubiläum auch und vor allem als eine Geschichte Jahrhunderte langer Einwanderung sichtbar zu machen.
In diesem Comic werden Regionalgeschichte für Ansässige und Neuankömmlinge multiperspektivisch vermittelt und wichtige Daten der Berliner Geschichte mit dem Leben der heutigen Bevölkerung des Stadtteils verbunden.
Eintritt frei
Saal der Neuköllner Oper
Samstag, 11. und Sonntag, 12.9., 20 Uhr
Brachland. Geschichten vom Nichts
von Matthias Rebstock, Tilman Rammstedt und Michael Emanuel Bauer
mit dem Ensemble leitundlause
Text: Tilman Rammstedt und Matthias Rebstock; Musik: Michael Emanuel Bauer; Inszenierung: Matthias Rebstock; Bühne: Sabine Hilscher, David Reuter, Sabine Beyerle; Kostüm: Sabine Hilscher; Projektionen: David Reuter, Sabine Beyerle; Elektronik: Hannes Strobel; Choreinstudierung: Matthias Bartsch; Dramaturgie: Bernhard Glocksin
Während in Berlins Mitte die letzten Brachflächen zugebaut werden und den Luftschlössern eines neuen, aufgeräumten Berlins Platz machen müssen, schrumpfen drum herum die Städte und lassen riesige urbane Brachflächen entstehen, werden ganze Dörfer von der Außenwelt abgehängt oder verschwinden ganz von der Landkarte. Die Ideologie des permanenten Wachstums weicht einer Kunst des Schrumpfens.
Im Zentrum des Abends steht der kleine Treck unerschrockener „Raumpioniere“, die der Stadt den Rücken kehren, um auf dem Land ihre Projekte zu verwirklichen. Sie denken urban, sind global vernetzt - und bringen die Bio-Produkte mit dem Auto aufs Land, weil es die dort nicht zu kaufen gibt. Die acht Performerinnen von leitundlause schlüpfen in unterschiedlichste Rollen, preisen als Maklerinnen Wohnprojekte an, agieren als Experten für Stadtplanung und ländliche Entwicklung, beschäftigen sich mit den Problemen der creatio ex nihilo, üben sich in Langeweile und Müßiggang, erfinden Projekte über Projekte und begeben sich so auf die Suche nach dem Modell für ein neues Leben.
Die Musik setzt an der romantischen Naturauffassung, die schon immer eine Projektion der Städter war, an und spannt von hier aus einen weiten Bogen, vom Pionierhaften in der Musik von Charles Ives und Morton Feldman über die musikalische Rhetorik des Neuen, etwa in der ‚Sinfonie aus der Neuen Welt’ oder der Werbemusik der 60er Jahre, bis hin zur Musik deutscher Westernfilme und neu arrangierter Songs.
Eintritt: 9 - 21 Euro
Ein Projekt im Rahmen der [Aktion! Karl-Marx-Straße], bei der die Akteure des Neuköllner Bezirkszentrums gemeinsam die Zukunft der Karl-Marx-Straße gestalten. Gefördert vom Fachbereich Stadtplanung des Bezirksamtes Neukölln.
Mehr Informationen unter www.aktion-kms.de.
Mit freundlicher Unterstützung des Quartiersmanagements Ganghoferstraße (www.qm-ganghofer.de)

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