Tango Türk

 

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Eine Geschichte zwischen Berlin und Istanbul
von Sinem Altan (Musik) und Kerem Can (Text)

Inszenierung: Lotte de Beer
Musikalische Leitung: Hans-Peter Kirchberg / Sinem Altan
Ausstattung: Marouscha Levy
Choreographie: Julieta Figueroa
Dramaturgie: Bernhard Glocksin

Uraufführung am 21. Januar 2010, 20 Uhr

 

Tango Türk in der Neuköllner Oper

...Wie Autor und Hauptdarsteller Kerem Can in seinem Erstlingswerks mit Zeit, Ort, Handlung und Sprache jongliert, wie er zwischen Istanbul und Berlin, Gegenwart und verdrängter Vergangenheit, Türkisch und Deutsch, Ernst und Komik wechselt, das ist überraschend virtuos. Cans Ziel, die wenig bekannten Schicksale der nach dem Putsch in die Bundesrepublik geflüchteten Migranten in einer starken Geschichte zu verdichten, wäre ohne das hochmotivierte Ensemble nicht zu erreichen gewesen. Während sich die Sängerdarsteller in der Regie von Lotte de Beer und der Choreografie von Julieta Figueroa buchstäblich mit vollem Körpereinsatz in die Geschichte stürzen, werden sie sensibel von Sinem Altans Musik unterstützt. Diskrete Brücken zu eingestreuten eigenen Songs bauend lässt die Komponistin den Tango, der hier vor allem gesungen wird, zur zweiten Hauptfigur werden: kosmopolitisch wie Cihan und geprägt von der türkischen Kultur wie er, aber leidenschaftlicher zu den eigenen Emotionen stehend.

Das Schönste an der Aufführung aber ist, dass das Publikum so gemischt ist. Als der Rezensent (Migrationshintergrund Prenzlauer Berg), der sich bereits durch das kollektive Schmunzeln des türkischen Publikumsteils auf einzelne offensichtlich besonders treffend beobachtete Gesten und Redewendungen hat hinweisen lassen, zuletzt gemeinsam mit dem Sitznachbarn eine Träne im Augenwinkel zerdrückt, fühlt er sich jedenfalls erstmals erfolgreich integriert.

Der Tagesspiegel

 

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