Übersicht

VORSCHAU

 

DRACHENHERZ
Kein Platz für Helden. Musical von Wolfgang Böhmer und Peter Lund

Günnis Clique ist echt cool. Findet Günni jedenfalls. Sonst ist aber wenig cool in der mitteldeutschen Kleinstadt, wo so viele arbeitslos sind und die meisten Erziehungsberechtigten apathisch vor der Glotze sitzen. Dann kommt Fred. Fred ist anders: Er hat Ideen und was im Kopf. Mit Fred macht alles mehr Spaß. Fred ist schon bald Günnis bester Gefolgsmann in der Clique. Hagen könnte kotzen. Günnis bester Mann war doch immer Hagen. Und wenn einer das Recht hat, Günnis Schwester Jenny den Hof zu machen, dann doch wohl er! Mit einem Wort: Fred geht Hagen schwer gegen die Ehre. Ehre ist ein wichtiges Stichwort in Drachenherz, dem neuen Musical von Wolfgang Böhmer und Peter Lund. Was man tut, wie man kämpft und vor allem wofür – das sind die großen Fragen, die jeder Jugendliche an die Gesellschaft stellt und deren Beantwortung eher dürftig ausfällt. Das war bei den Nibelungen noch anders. Da wusste jeder, wofür er kämpfte. Im schlimmsten Fall für sich selber. Siegfried musste sterben, weil es damals keinen Platz gab für echte Helden. Gibt es diesen Platz heute? Oder müssen die Guten immer noch sterben, weil die Gemeinen es einfach nicht ertragen, im Geist so klein zu sein? Wiederaufnahme 20.11.2019

 

DIE WEISE VON LIEBE UND TOD
Viktor Ullmanns „Cornet Rilke“, neu gefasst von Malte Giesen und Fabian Gerhardt

Vermutlich kein anderer Text hat einer ganzen Generation junger Menschen den Wahnsinn von Krieg, Sterben und Heldentod so verklärt wie Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke, geschrieben 1899 von Rainer Maria Rilke in Berlin Schmargendorf – im Ersten Weltkrieg fand er sich wohl im Tornister eines jeden Soldaten. Viktor Ullmann, durch die Nazis zum Juden erklärt und deportiert, komponiert dazu in Theresienstadt 1944 ein Melodram, bevor er in Auschwitz ermordet wird. Unser Projekt präsentiert erstmals den gesamten Text von Ullmann, also auch jene unvertonten Passagen, nun in neuer Komposition von Malte Giesen. Das Original spiegelt sich in einem zeitgenössischen musikalischen und visuellen Raum, in einer Zeit, in der Todesbegeisterung eine quälend-irrsinnige Renaissance erfährt. Wiederaufnahme 09.12. 2019

 

WOLFSKINDER
Musiktheater für Erwachsene nach Humperdincks Hänsel und Gretel

„Es ist ein – ich bin vorsichtig mit dem Wort – Geniestreich, die Geschichte der „Wolfskinder“ mit der Humperdinck´schen Hänsel-und-Gretel-Oper zu verbinden. Sieben famose junge Frauen singen und spielen (Violine, Viola, Cello, verschiedene Blasinstrumente) an diesem Abend… Es beginnt so verstörend, in absoluter Dunkelheit mit der Humperdinck´schen Ouvertüre, gespielt von einer Schellackplatte. Die Musik wird alsbald überlagert von Bombengeräuschen, einkrachenden Gebäuden, bis plötzlich eine Violine leise anhebt, eine zweite unter einem Tisch ein Zwiegespräch aufnimmt, bis andere Instrumente hinzukommen und die Geschichte von dem einsamen Paar durch „sieben Schwester“ wunderbar einleuchtend erzählt wird. Man versteht, man fühlt mit, was die beiden Kinder im Märchen mit den Wolfskindern verbindet.“ (Peter Raue, BZ) Wiederaufnahme 16. Januar 2020

 

REBOOT BERLIN! Hol Dir deinen Raum zurück
Berlin war einmal die Stadt, in der es freie (Spiel-)Räume gab wie in keiner anderen Metropole sonst. Berlin, Berlin, there is nothing in between.. Was ist aus dieser Stadt geworden, in der zunehmend virtuelle und reale Räume (Stadt- und Wohnraum) eingeschränkt, verdrängt und überwacht werden? Wie holen wir das zurück, was die Lebensqualität Berlins ausmachte? 2020 verwandelt sich das Studio der Neuköllner Oper zum Treffpunkt über Visionen, Ideen und best-practise-Bespiele für einen Wandel zu einer lebenswerteren Stadt : mit zwei Uraufführungen, mit Begegnungen, Gesprächen, Workshops und einer neuen „Transcyberian Party“. Zum Auftakt Mitte Februar: Uraufführung des Drei-Frauen Stücks BETTERPLAZES zum Kampf gegen den Google-Konzern , im März folgt mit OPERA FOR SALE die Ent-Mietungs- Oper, in Kooperation mit dem Recherchekollektiv CORRECTIV. Weitere Stücke ab Herbst folgen.

 

IN VORBEREITUNG

Blick durchs Schlüsselloch: eine Auswahl von Projekten, an denen wir mit Komponist- Autor – Regisseur*innen u.a. arbeiten – die Titel dieser Produktionen sind daher alle noch vorläufig

Uraufführung Iron Curtain Man. Ein Abend über Dean Reed
Uraufführung comPOSITION. Die Preisträger-Stücke des Berliner Opernpreises 2020
Wiederaufnahme Giovanni. W. A. Mozart – STEGREIF.orchester – Juri de Marco – Ulrike Schwab
Wiederaufnahme Die Fleisch. Vier Rituale mit der Oper Ayamé von Kosaku Yamada
Wiederaufnahme Casting Clara. Ein Blütenkranz für Clara Schumann
Uraufführung Weiße Nächte in Neukölln. Eine Liebesgeschichte in Musik
Uraufführung Der Mann, der sich Beethoven nannte. Der ultimative Kommentar Beethovens zu seinem 250. Todestag von Moritz Rincke/Mathias Schönsee mit den außergewöhnlichen Beethoven-Sounds des transkulturellen Trickster Orchesters.

 

 

RÜCKBLICK

 

GIOVANNI. Eine Passion
Wolfgang Amadeus Mozart – STEGREIF.orchester – Juri de Marco – Ulrike Schwab

Don Giovanni – ein zeitloser Mythos? Auf der Suche nach Antworten gehen wir zurück zu dem Ursprung der Legende. Nach Sevilla. An seinem Grab versammeln wir uns und mit der Erinnerung an ihn erwachen seine Geschichten zu neuem Leben. So entwickelt sich ein ausgelassenes Volksfest, zwischen Totenfeier, Karnevalstaumel und Prozession. In GIOVANNI. Eine Passion spielen STEGREIF.orchester und Neuköllner Oper erstmals zusammen und entwickeln mit der „Oper aller Opern“ ein „befreites“ Musiktheater, dirigenten- und notenblattfrei, eine mobile Inszenierung, in der Sänger*innen und Instrumentalist*innen „verschmelzen“ und Mozart auf Improvisation, Elektro und traditionelle spanische Musik trifft. Uraufführung 10. Oktober 2019

 

ist die welt auch noch so schön
Eine Einsamkeitsstudie von Ulrike Schwab und Juliane Stadelmann mit Musik aus Paul Linckes Frau Luna, neu arrangiert von Misha Cvijovic

Herr K. ist gestorben. Keiner hat es mitbekommen. Wochenlang lag er tot in seiner Wohnung. Niemand nahm Notiz davon, niemand der ihn vermisst hätte. Bis der Gestank der Verwesung durch die Flure zog. Keiner der Nachbarn kannte seinen Vornamen. Niemand wusste mehr von ihm als was das flüchtige Grüßen im Vorübergehen über einen Menschen erzählt. Das und die Musik, die er hörte. Recht laut – wohl wegen der schon taub gewordenen Ohren. Operettenmusik. Nach dem unbemerkten Tod des Alten geistert sie durch die Flure des Mietshauses, die Köpfe seiner Bewohner und löst Fragen aus. Über unser Zusammenleben, die Anonymität der Großstadt, verpasste Begegnungen, unerfüllte Träume. Diese Musik, die sie die letzten Jahre nur wie eigenartige, unpassende Ohrwürmer begleitet hat, scheint die fünf Protagonisten nun zu verbinden. Ohne dass sie so recht wüssten, woher diese Melodien eigentlich kommen oder wovon sie erzählen. Wie ihre Mitmenschen. Das ist die Berliner Luft. Uraufführung 9. Mai 2019

 

CASTING CLARA
Ein Blütenkranz für Clara Schumann
Musiktheater von Cordula Däuper und Johannes Müller mit Arrangements von Tobias Schwencke

Wunderkind, Klaviervirtuosin, Komponistin, Ehefrau von Robert Schumann, umworben von Johannes Brahms, Mutter von acht Kindern, Professorin und berufstätig fast bis zu ihrem Tod mit 76 Jahren – Clara Schumann. Wer war diese Powerfrau des 19. Jahrhunderts? Und wo stehen wir heute, in Zeiten der work-life–Balance? Clara managt eine beispiellose Pianistinnen-Karriere, eine komplizierte Künstlerehe und vielköpfige Familie, sie arbeitet unermüdlich für die Verbreitung und den Ruhm ihres Ehemannes, dessen wechselhafte psychische und körperliche Verfasstheit legendär ist. Clara Schumanns 200. Geburtstag ist uns Anlass für eine Begegnung mit dieser weiblichen Ikone der Musikgeschichte. Gemeinsam mit sieben Darstellerinnen geht es um ihr Leben und Werk und darum, wie viel Clara in den Multi-Tasking-gestählten Müttern (und Vätern) von Heute steckt. Wie lassen sich Karriere und ein herausforderndes Familien- und Liebesleben unter einen Hut bringen? Wie lebte es sich in einer Zeit, in der Emanzipation und Autonomie von Frauen ganz anders beantwortet wurden als heute, und was hat sich seitdem wirklich verändert? Sieben Claras und fünf Instrumentalis*innen flechten aus Kompositionen von Clara, Roberts „Dichterliebe“, Dokumenten von damals und heute, Tagebucheinträgen und Briefen einen theatralen Blütenkranz. Uraufführung 15. August 2019

 

DRACHENHERZ
Kein Platz für Helden. Musical von Wolfgang Böhmer und Peter Lund. Premiere 13. Juni 2019

 

9 TAGE WACH
Musiktheater von John von Düffel, Fabian Gerhardt und Christopher Verworner/Claas Krause nach dem gleichnamigen Buch von Eric Stehfest und Michael J. Stephan | mit englischer Übertitelung

Er  führte nach der ersten gescheiterten Jugendliebe eine jahrelange Beziehung mit ihr. Aufgewachsen vor den Toren Dresdens, kommt Eric im Alter von 14 Jahren in der Neustadt mit der Partydroge Crystal Meth in Kontakt. Seine Urgroßväter nahmen als Bomberpiloten im Zweiten Weltkrieg Amphetamine, um die Angst vor dem Töten und Getötetwerden zu verlieren. In der Grundsubstanz ist es „das gleiche Zeug“, das Eric konsumiert, um sich unbesiegbar zu fühlen, tagelang durchzufeiern, kurz: „um zu fliegen“. Die Droge stellt Erics Leben auf die Probe: Dealen, Verkehrsdelikte, Raub, eine Freiheitsstrafe auf Bewährung und die Trennung von seiner großen Liebe Anja, die das gemeinsame Kind abtreibt.
Eric Stehfest gehört heute zu den Shootingstars des deutschen Fernsehens, mit 9 TAGE WACH will er über die Gefahren der Modedroge aufklären und berichtet schonungslos von der Drogenszene, dem schmerzhaften Entzug und seinem jahrelangen Doppelleben. Uraufführung 11. April 2019

DIE FLEISCH
Vier Rituale mit der Oper Ayamé nach Kosaku Yamada

Die Oper erzählt die Geschichte der jungen Ayamé, die als Waise die Schulden der Familie durch Zwangsprostitution zu tilgen versucht. Ihr Liebhaber versucht sie mit allen Mitteln aus dieser Notsituation zu befreien. Die Geschichte wird erzählt aus der Perspektive eines sogenannten Weisen. Yamadas Oper vereinigt das große spätromantische Erbe mit einigen Anklängen japanischer Musik.  Uraufführung 23. Februar 2019

 

ELFIE
Musiktheater von Wolfgang Böhmer und Martin G. Berger nach »Eine Mordgeschichte« von Tankred Dorst/Mitarbeit Ursula Ehler

Die ganze Stadt spricht nur von Elfie. Was die sich immer herausnimmt! Ist doch Mutter und Ehefrau des unbescholtenen Gymnasiallehrers Steinheuer. Aber Elfie ist das alles zu klein, die Stadt, diese Menschen, ihr eigenes Leben. Mit ihren Provokationen stellt sie – auch heute, lange Jahre nach dem Entstehen des Textes – die Frage: wieviel EigenWillen, wieviel Freiheit vertragen wir wirklich, als Einzelne und als Gesellschaft? Mit ELFIE gedenken wir Tankred Dorst, der die deutsche Theaterlandschaft über Jahrzehnte geprägt wie nur wenige. Tankred starb im Sommer 2017, lange war er uns Freund und treuer Besucher unserer Stücke. Uraufführung 31.1.2019

 

OCAÑA, KÖNIGIN DER RAMBLAS
Eine Hommage von Marc Rosich und Marc Sambola

Er stand für ein modernes, tolerantes Spanien: Ocaña, legendärer Künstler und gefeierte Dragqueen auf den Ramblas von Barcelona. Ein katalanisches Team um Marc Rosich spürt seinem Leben und Liedern nach und damit auch dem Wandel Spaniens/Kataloniens in diesen Tagen. Wiederaufnahme 12. Dezember 2018

 

DER DIKTATOR
Tragische Oper in 1 Akt von Ernst Krenek (1926)
Jahre vor dem Aufmarsch der Nazis in Deutschland schreibt Krenek eine Fantasie über einen Diktator, dem niemand wirklich gewachsen scheint. 92 Jahre später fragt die junge Regisseurin Ariane Kareev nach der Aktualität dieses selten gespielten Werkes, für ihre Diplominszenierung neu eingerichtet für Klavier, Violoncello und Schlagwerk von Jörg Gollasch (Kompositionen für das Wiener Burgtheater, Hamburger Schauspielhaus u.a.). Premiere 7. November 2018

 

WELCOME TO HELL
ein Musical von Peter Michael von der Nahmer und Peter Lund

Die Welt zu Gast in Hamburg. Könnte so schön sein – wenn’s nicht ausgerechnet der G20- Gipfel wäre. Zwölf Menschen und eine Woche Straßenkampf: Von der Supermarktkassiererin bis zum Polit-Referenten auf Abwegen, von der  Demonstrantin mit dem zu großen Herzen bis zum traumatisierten Kontaktbereichsbeamten kriegen alle ihr Fett weg und mehr als nur ein paar Schaufensterscheiben sind am Ende zu Bruch gegangen…Wiederaufnahme ab 22. November 2018

 

STELLA
Das blonde Gespenst vom Kurfürstendamm
von Wolfgang Böhmer (Musik) und Peter Lund (Text) | mit englischen Untertiteln

Stella Goldschlag war die wohl berühmteste »Greiferin« – Berliner Juden, die für die Gestapo gearbeitet haben bzw. arbeiten mussten. Das Wagnis des Autorenduos Lund/Böhmer, darüber ein Musical zu schreiben, wurde mit dem Deutschen Musical Theater Preis 2016 in sechs Kategorien ausgezeichnet und von der Presse als »virtuos, pointiert, gekonnt und heutig« gelobt. Wiederaufnahme ab 4. Oktober 2018

 

DIE WEISE VON LIEBE UND TOD
Viktor Ullmanns „Cornet Rilke“, neu gefasst von Malte Giesen und Fabian Gerhardt

Vermutlich kein anderer Text hat einer ganzen Generation junger Menschen den Wahnsinn von Krieg, Sterben und Heldentod so verklärt wie „Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke“, geschrieben 1899 von Rainer Maria Rilke in Berlin Schmargendorf – im Ersten Weltkrieg fand er sich wohl im Tornister eines jeden Soldaten. Viktor Ullmann, durch die Nazis zum Juden erklärt und deportiert, komponiert dazu in Theresienstadt 1944 ein Melodram, bevor er in Auschwitz ermordet wird. Unser Projekt präsentiert erstmals den gesamten Text von Ullmann, also auch jene unvertonten Passagen, nun in neuer Komposition von Malte Giesen. Das Original spiegelt sich in einem zeitgenössischen musikalischen und visuellen Raum, in einer Zeit, in der Todesbegeisterung eine quälend-irrsinnige Renaissance erfährt. Uraufführung 13.9.2018

 

WOLFSKINDER
Musiktheater für Erwachsene nach Humperdincks Hänsel und Gretel

„Triumph an der Neuköllner Oper“ titelte der Tagesspiegel über Ulrike Schwabs Inszenierung von Humperdincks Märchenoper Hänsel und Gretel. Umso mehr freuen wir uns, nun weitere Termine anbieten zu können mit den sieben singenden, schauspielenden und musizierenden Darstellerinnen. Für alle, die also die ausverkaufte erste Spielserie nicht sehen konnten, gibt es die Möglichkeit, ab 2. Mai Karten online zu kaufen. Für den Tagesspiegel ist klar: „Es gibt nur ein Wort, das für diesen Abend angemessen ist: Hingehen!“ Wiederaufnahme ab 30. August 2018