Opera for Sale

Ein musikalisches Immobilien-Infotainment
von Felix Krakau (Text) und Yuval Halpern (Musik)
Uraufführung 12. März 2020. Bis 12.05.2020.
(anschließende Aufführungen pandemiebedingt abgesagt) 

Berlin in nicht allzu ferner Zukunft: Die Stadt hat den Kampf gegen internationale Investoren verloren, wurde aufgewertet, redesigned und ist plötzlich menschenleer. Die Fassaden wurden schick gemacht und die BewohnerInnen vertrieben; die Bauten starren aus
leeren Retortenaugen. Deine ehemalige Wohnung ist ein Anlagedepot, dein Sofa wurde dir unterm Hintern wegspekuliert. Du wurdest an den Rand gedrängt und auch den konntest du dir irgendwann nicht mehr leisten. Auch die Neuköllner Oper wurde zum share deal: Im Zentrum des Orkans lädt der neue Eigentümer des Hauses, die Angel Dust Property GmbH Opera Neukölln zum exklusiven Musiktheaterereignis für ein weitgereistes Publikum. Authentisches Berliner Musiktheater, ganz wie früher. Wir fragen uns, wem gehört eigentlich die Stadt, und begeben uns auf die Fährte von Milliardären von den britischen Jungferninseln, zypriotischen Briefkastenfirmen, dem ganz großen Geld und dem Glücksversprechen der idealen Stadt. Opera for Sale ist dystopisch-heiteres Musiktheater, Immobilien-Infotainment und spekulative Albernheit über den Berliner Wohnungsmarkt. Get your tickets now – so lang es noch welche gibt!«

Das Stück von Felix Krakau (der Neuköllner Oper über seine jahrelange Autorenschaft für das Junge Ensemble verbunden) entstand auf Basis der Recherche »Wem gehört Berlin« von dem Recherchezentrum CORRECTIV und dem TAGESSPIEGEL. Es ist die zweite Produktion der Reihe REBOOT BERLIN: Hol dir deinen Raum zurück.

Regie: Felix Krakau | Musikalische Leitung: Yuval Halpern | Bühne: Ansgar Prüwer | Kostüm: Jenny Theisen | Dramaturgie: CarolaSöllner / Bernhard Glocksin

Mit: Kilian Ponert, Teresa Scherhag, Lou Strenger sowie Omri Abramov (Reeds) und Doron Segal (Synthesizer)

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OPERA FOR SALE – DIE WEBSERIE

Unsere Gesellschaft sieht sich vor allem jüngst immer wieder spaltenden Tendenzen und Kräften ausgesetzt. Was Deutschland zuverlässig eint: Immobilienspekulation und Rekordmieten. OPERA FOR SALE – DIE WEBSERIE ist eine pechschwarze Online-Komödie zum Wohn-Wahnsinn und der Frage „Wem gehört die Stadt“ und basiert auf unserer letzten prä-Corona-Uraufführung des Immobilien-Infotainments von Felix Krakau und Yuval Halpern. Hier geht’s zur exklusiven Seite der Angel Dust Properties Inc., welche Sie, liebe zukünftige Anteilseigner*innen der Angel Dust Opera Neukölln, auf einen musiktheatralen Rundgang durch Firmengeschichte, Bauvorhaben und nicht zuletzt CORRECTIV-Recherchen zur Verschleierung von Eigentumsverhältnissen auf dem Berliner Wohnungsmarkt nimmt:

FOLGE I/6 

VON MUSIKALISCHEM VOLKSTHEATER, ZUKÜNFTIGEN ORCHESTERGRÄBEN UND GELDERN AUS ÜBERSEE.

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Betterplazes

Berlin, Google&Co.
von Anna Catherin Loll, Carlotta Rabea Joachim und Beka Savić
Uraufführung 14. Februar 2020

Timo und Sven sind Stars, für ein echt spezielles Publikum. Sie sind jung, mutig, kreativ, und sie gestalten ihren Kiez tatkräftig (mit). Kurz: sie sind Sprayer, und was sie tun, wird gefeiert. Etwa von Justin, der seine Helden gern auch im Netz postet. Und sie darin, wie das Wort schon sagt, fängt… Und da wir in Berlin sind: was wäre die Stadt ohne einen Google Campus, und was Xberg ohne ein paar Leute, die dafür wenig Sympathien aufbringen. Was Helden wie Timo und Sven eine Steilvorlage gibt und jede Menge Möglichkeiten, mit dem Giganten und dem deutschen Rechtsstaat in Berührung zu kommen.
Die investigative Journalistin Anna Catherin Loll hat sich im Auftrag der Neuköllner Oper in den diversen Szenen dieser Stadt umgehört und ein Stück über den Widerstand gegen Google&Co. und die Kraft von Utopien geschrieben.
Mit der Komponistin Carlotta Rabea Joachim und der Regisseurin Beka Savić – beide erstmals an der Neuköllner Oper – eröffnet dieses Team unsere Veranstaltungsreihe für ein anderes Berlin: REBOOT BERLIN. Hol dir deine Stadt zurück.

Inszenierung: Beka Savić | Musikalische Leitung/Einstudierung: Hans-Peter Kirchberg/Insa Bernds | Ausstattung: Celine Demars | Dramaturgie: Carola Söllner/Bernhard Glocksin
Mit Linda Hartmann, Corinna Ruba, Christian Clauß und Olaf Taube (Schlagwerk) und Hans-Peter Kirchberg / Insa Bernds (Klavier)

Veranstaltungen im Anschluss an die Vorstellungen:
Wie funktioniert Widerstand? – 20. Februar  |  Wut und Sehnsucht – 26. Februar

 

ist die welt auch noch so schön

Eine Einsamkeitsstudie von Ulrike Schwab und Juliane Stadelmann mit Musik aus Paul Linckes Frau Luna
Uraufführung 9. Mai 2019. Bis 26. Juni 2019

Herr K. ist gestorben. Keiner hat es mitbekommen. Wochenlang lag er tot in seiner Wohnung. Niemand nahm Notiz davon, niemand der ihn vermisst hätte. Bis der Gestank der Verwesung durch die Flure zog.
Keiner der Nachbarn kannte seinen Vornamen. Niemand wusste mehr von ihm, als was das flüchtige Grüßen im Vorübergehen über einen Menschen erzählt. Das und die Musik, die er hörte. Recht laut – wohl wegen der schon taub gewordenen Ohren. Operettenmusik. Nach dem unbemerkten Tod des Alten geistert sie durch die Flure des Mietshauses, die Köpfe seiner Bewohner und löst Fragen aus. Über unser Zusammenleben, die Anonymität der Großstadt, verpasste Begegnungen, unerfüllte Träume. Diese Musik, die sie die letzten Jahre nur wie eigenartige, unpassende Ohrwürmer begleitet hat, scheint die fünf Protagonisten nun zu verbinden. Ohne dass sie so recht wüssten, woher diese Melodien eigentlich kommen oder wovon sie erzählen. Wie ihre Mitmenschen. Das ist die Berliner Luft.

Text: Juliane Stadelmann | Musik aus Paul Linckes Frau Luna | Idee/Fassung/Regie: Ulrike Schwab | Arrangement: Misha Cvijovic | Bühne/Kostüm: Jule Saworski | Musikalische Leitung/Einstudierung: Jörg Daniel Heinzmann | Sounddesign: Vera Pulido | Dramaturgie: Marion Meyer

Mit: Angela Braun, Martin Gerke, Jörg Daniel Heinzmann, Maja Lange, Vera Pulido

Der Diktator

Tragische Oper in einem Akt von Ernst Krenek (1926)
Premiere am 7. November 2018. Bis 5. Dezember 2018

Wenige Jahre vor dem Aufmarsch der Nazis in Deutschland schreibt Krenek eine Fantasie über einen Diktator, dem niemand wirklich gewachsen scheint. Der Diktator ist mit seiner Ehefrau Charlotte im Erholungsurlaub, während Maria, die Frau eines kriegsversehrten Offiziers, ein Attentat auf den erneut kriegsführenden Diktator plant und schließlich an ihm scheitert.
Krenek schrieb diese »blutige Mordgeschichte aus dem Privatleben eines zeitgenössischen Diktators«, um vor dem wachsenden Faschismus in Europa und seinen populistischen Wirkungsweisen zu warnen. 92 Jahre später fragt die junge Regisseurin Ariane Kareev nach den heutigen Zusammenhängen von Manipulation und Verführung in der Politik und im Privaten. Machtdemonstration, Freiheit, Begehren, Verzweiflung, Rache und Verführungskunst stehen sich gegenüber. Sie nutzt das selten gespielte Werk Kreneks als historische Gegenfolie, für ihre Diplominszenierung eingerichtet vom Komponisten Jörg Gollasch (Kompositionen für das Wiener Burgtheater, Hamburger Schauspielhaus u. a.).

Musikalische Einrichtung / Bearbeitung: Jörg Gollasch | Regie / Einrichtung: Ariane Kareev | Dramaturgie / Einrichtung: Justus Rothlaender | Musikalische Leitung / Klavier: Walewein Witten | Bühne: Lina O. Nguyen | Kostüm: Julia Denzel

Mit: Sotiris Charalampous/Alexander Fedorov, Lawrence Halksworth, Eva Maria Nikolaus und Isabel Reinhard sowie Maria Franz und Jan-Einar Groh

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Schwindel. Über das Verlieren.

Ein Bilder-Reigen über Schönheit und Scheitern von Julia Lwowski und Ni Fan
Uraufführung am 11. Januar 2014

“Der Mensch lernt wenig von seinem Siege, aber viel von seiner Niederlage”, sagt man. Es sei denn, er will nicht lernen und hängt sich stattdessen lieber auf.
Inspiriert vom mutmaßlichen Selbstmord des russischen Oligarchen Boris Beresowski, einem der größten Verlierer unserer Zeit, begeben sich die junge Regisseurin Julia Lwowski und ihr Team auf die Seite der Verlierer und tragikomischen Gestalten, die vor allem eins eint: Ihr tiefer Fall und die Anteilnahme eines großen Publikums, das hin- und her gerissen ist zwischen Schadenfreude, Mitleid und der Angst vorm eigenen Scheitern.

Mit ausgewählten Moralischen Kantaten von Telemann – einer Art überdimensionalem moralischen Zeigefinger – sowie Arien von Mussorgsky, Schostakowitsch, Gretry u.a. entsteht ein musikalisches Bilder-Theater über Verlierertypen, denen man zumindest Eines nicht nachsagen kann: sie hätten im Leben Däumchen gedreht.

Konzeption und Regie: Julia Lwowski
Komposition und Arrangement: Ni Fan
Bühne und Kostüm: Yassu Yabara

Mit: Ulrike Schwab, Magnús Hallur Jónsson, Günter Schanzmann; Ni Fan (Vibraphon, Schlagzeug)

Allein

Der Neuköllner Oper Kinder Klub mit seinem aktuellen Stück im Rahmen des Festivals „48 Stunden Neukölln“

Samstag, 23.6. 2018, 16 Uhr – EINTRITT FREI

Stell dir vor, Du wachst eines Morgens auf und niemand ist da.
Die Wohnung ist leer, auf der Straße kein Mensch.
Die Autos stehen herum, aber da ist keine Menschenseele.
Es ist absolut still.
Was ist passiert…?

„…Eines Morgens bin ich aufgewacht und da war – NICHTS. Einfach gar nichts. Keine Geräusche. Kein Wasserkocher in der Küche, keine Stimme von meiner Mutter, keine Tür, die ins Schloss fiel. Da standen zwar die Autos auf der Straße, aber es fuhr keines – und auch kein Moped und kein Bus. Und dann wurde mir klar: da waren auch keine Leute auf der Straße, niemand. Das Radio funktionierte nicht mehr, kein Fernseher, kein Handy. Was war geschehen? Es war so unheimlich… Ich saß den ganzen Tag am Fenster und sah hinaus. Und am nächsten Tag auch und am Tag danach. Ab und zu lief ein Hund die Straße entlang, eine Katze ….ich wollte mir eine Katze als Gesellschaft in die Wohnung locken…aber ich hatte Angst rauszugehen und wusste nicht, ob die Katze Tollwut hat oder verseucht ist oder was das ist. Am dritten Tag hielt ich es nicht mehr aus…ich musste herausfinden, ob nur noch ich da war. Oder ob da noch irgendjemand anderes war. Außerdem wurde mein Brot langsam hart … Ich öffnete die Tür sehr leise und schlich hinaus. Immer an der Wand entlang, damit mich möglichst niemand sah. Ich sah mich immer wieder um … hatte ich da nicht etwas gehört? Ein Bellen, ein Fauchen – oder war das ein Husten? Ein Zwitschern, oh – da war etwas … Blechernes gefallen? Hatte es jemand fallen gelassen? Oder war es umgefallen? Waren das Pfoten – oder Schritte? Huch! …“

Von und mit Mohaned Benzarti, Marlon Bork,Faiza Esh, Cecilia Hartlöhner, Rieke Helbert, Deniz Lobanoglu, Viona Podvorica, Robin Söhle und Maximilian Streichan

Leitung: Verena Talamonti (Regie) und Carola Thiede (Produktionsleitung)

Die Weise von Liebe und Tod

Viktor Ullmanns Cornet Rilke, neu gefasst von Malte Giesen und Fabian Gerhardt
Wiederaufnahme 9. Dezember 2019. Bis 22. Januar 2020

Warum geht man mit Begeisterung in den Tod ? Im Westen ist man entsetzt und paralysiert von denen, die sich und andere in den Tod reißen. Hat es doch »bei uns« hier auch gegeben, und nicht zu knapp. Etwa vor 1914 und folgend. So wird ein »Leuchtturm « der Literatur und Musik des 20. Jahrhunderts merkwürdig aktuell – das Melodram Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke von Viktor Ullmann nach Rilke.
Rainer Maria Rilke hatte 1899 die Geschichte eines jungen Adeligen geschrieben, der 1664 in den Krieg gegen die Türken zieht, das raue Leben der Soldaten erfährt, mit einer geheimnisvollen Gräfin seine erste Liebesnacht erlebt und waffenlos, aber mit fliegender Fahne (der »Cornet« ist der Fahnenträger) in die Schlacht zieht und unter 16 Säbelhieben stirbt. Mit dem Cornet landete Rilke einen Mega-Erfolg. Das spätromantische todesselige Poem trugen die deutschen Soldaten im Ersten Weltkrieg im Tornister. Rilkes Auftritt als introvertierter und hypersensibler Künstler verdeckt bis heute den politischen Partei-gänger: Mussolini-Bewunderer, überzeugter Faschist und Hitler-Anhänger.
Viktor Ullmann, der geborene Katholik, erst von den Nazis zum Juden gemacht, schreibt zum Cornet in Theresienstadt 1944 eine Musik, die so jenseitig klingt, so jenseits aller Angst vor dem Tod, dass sie einen ebenso tröstet wie erschreckt. Es wird seine letzte Komposition, bevor die Nazis ihn nach Auschwitz deportieren und ermorden.
Ullmann vertonte nur Auszüge, unser Projekt bringt erstmals den vollständigen Text. Die neuen, unvertonten Passagen werden von Malte Giesen in Musik gesetzt, – der mehrfach preisgekrönte Komponist (u. a. 1. Preis Deutscher Musikwettbewerb Komposition, 2012 Preisträger des Meisterkurses Orchesterkomposition des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart) hat sich einen Namen insbesondere durch seine Arbeiten im Bereich elektroakustischer Musik gemacht. Ullmanns Werk wird so zugleich »vollständig« gezeigt und durch zeitgenössische Mittel »fortgeschrieben«, mit einer Sängerin, einem Schauspieler und zwei Musikern.
Fabian Gerhardt (erweiterte Fassung und Regie) stellte nach mehreren Inszenierungen u. a. am Staatsschauspiel Dresden, am DT Berlin, Schauspiel Frankfurt und Schauspielhaus Bochum seine erste Operninszenierung 2016 mit Iris von Pietro Mascagni an der Neuköllner Oper vor, gefolgt von Affe, einem Stück mit den Songs von Peter Fox’ Album Stadtaffe.
Die Geschichte der Neuköllner Oper ist eng mit Ullmann verbunden – dessen Oper Der Kaiser von Atlantis wurde durch den NKO-Gründer Winfried Radeke 1989 und 2000 gespielt und war eine der wichtigsten Produktionen in der frühen Geschichte des Hauses.

Komposition: Viktor Ullmann/ Malte Giesen | Regie / Fassung: Fabian Gerhardt | Musikalische Leitung / Einstudierung: Markus Syperek | Kostüm- und Bühnenbild: Rebekka Dornhege Reyes | Video: Cavo Kernich | Dramaturgie: Bernhard Glocksin

Mit: Hrund Ósk Árnadóttir und Dennis Herrmann sowie Malte Giesen (Live-Sounds) und Markus Syperek (Klavier)

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Exit Paradise

Ein Singspiel von Uta Bierbaum (Text) und Arash Safaian (Musik)
Uraufführung
05. September bis 23. Oktober 2014

„ich war vier oder fünf, als ich auf den eingangsstufen vor der wohnung meiner eltern saß und mich nach einem ort sehnte, der irgendwo anders war.“

Uschi ist anders. Anders als die Leute auf der Karl-Marx-Straße, Uschi steckt sich die Haare hoch, denn sie will eine Frisur, die ihr etwas verspricht. Außerdem träumt sie von Bikinis, Softeis und Amerika. Davon singt auch Lana del Rey in ihren Songs, und Uschi weiß: so muss das sein, das Paradies. Und dann ist da Bolle, ihr Bolle, dem reicht sein Motorrad, und der vesteht nix von Sehnsucht. Ein Tag im Klinikum Neukölln wird alles verändern, während Lana leise säuselt: I will love you to the end of time.

Uschi und Bolle, ein Paar aus Neukölln, eine amour fou mit Musik, eine Art Oper, vielleicht ein Märchen. Entstanden zunächst als kurze Szene aus einem Streifzug durch den Kiez, begleitet von Feridun Zaimoglu, geschrieben in einem Tag und einer Nacht und selbst gespielt. Jetzt als volles Stück mit der Musik von Arash Safaian, auf unsere Bühne gebracht von Paul-Georg Dittrich und seinem Team.

Musikalische Leitung/Klavier: Markus Zugehör/Insa Bernds · Regie: Paul-Georg Dittrich · Ausstattung: Pia Dederichs · Video: Steffen Kraska · Dramaturgie: Bernhard Glocksin
Mit: Ena Pongrac, Ulrike Schwab, Martin Gerke; Natasha Jaffe (Violoncello)

Elektra

Ein Abend nach Hofmannsthal mit Musik von Gluck, Xenakis und Kanajan
Uraufführung
10. Februar bis 28. März 2016

Elektron, altgriechisch, übersetzt: Bernstein. Dieser fossile Harz erhält durch Reibung eine negative Ladung.
Elektra, Tochter des Agamemnon und der Klytämnestra, fordert Gerechtigkeit. Sie sinnt auf Rache.
Denn die eigene Mutter ermordete gemeinsam mit dem Nebenbuhler Ägisth ihren Mann, als dieser nach der Zerstörung Trojas zurückkehrte. Die Tochter Elektra lebt seither verwildert wie ein Tier im Vorhof des Palastes, um das Grab ihres Vaters zu beweinen und wilde Anklage gegen ihre Mutter zu erheben. Sie hat das Mordbeil aufbewahrt, damit ihr Bruder Orest, zurückgekehrt nach Mykene, ihre Mutter erschlägt und sie den Ägisth. Oder umgekehrt. Gleichviel: Es kommt anders, aber die Rache wird vollführt.
Die junge Regisseurin Julia Lwowski, an der Neuköllner Oper bekannt durch ihre Arbeiten Schwindel und Macbeth, hat sich der Figur über die Interpretation Hugo von Hofmannsthals angenommen. Mit reicher Bildsprache und in einer musikalischen Einrichtung von Khatchatur Kanajan stellt sie die Frage dieses archaischen Generationskonfliktes neu: Sind wir etwa für ewig dazu verdammt, die Fehler unserer Eltern zu wiederholen?

Regie: Julia Lwowski · Ausstattung: Yassu Yabara · Dramaturgie: Johanna Ziemer
Mit: Thorbjörn Björnsson, Gina-Lisa Maiwald, Roman Lemberg, Ni Fan

Das Verein

Eine musikalische Jahreshauptversammlung von Thorbjörn Björnsson und Annika Stadler
Uraufführung 18. Februar 2014

„Mit dem Tod endet die Mitgliedschaft immer. Daher ist die in der Praxis in Satzungen oft anzutreffende Regelung „Die Mitgliedschaft endet mit dem Tod.“ entbehrlich.”
Vielleicht fühlt sich die deutsche Seele nirgendwo so heimisch wie in ihren Vereinen. Auch DAS VEREIN in Neukölln bietet eine liebevoll organisierte Heimat für seine  Mitglieder mit Migrationshintergrund. Jetzt aber ist vereinsrechtliche Gefahr im Verzug, denn die Mitgliederzahl droht unter die rechtlich benötigte Größe von drei Personen zu fallen. Daher freut sich der Vorstand von DAS VEREIN ankündigen zu dürfen, seine kommenden Vereinssitzungen auch für interessierte Nicht-Mitglieder zu öffnen: Denn welche Melodie könnte schöner sein als das Knistern eines frisch kopierten, formellen Antragsformulars oder das sanfte, sehnsuchtsvolle Rauschen eines Tageslichtprojektors. Für ein angemessenes musikalisches Begleitprogramm im Rahmen der Tagesordnung und ausreichend Filterkaffee wird gesorgt sein.

Eine Produktion der Neuköllner Oper und DAS VEREIN (Thorbjörn Björnsson und Annika Stadler)
Künstlerische Leitung: Thorbjörn Björnsson, Annika Stadler
Von und mit: Thorbjörn Björnsson, Jérôme Quéron, Vanessa Vromans

Spieltermine: 18./19. und 27./28. Februar sowie 1./2. und 6. März 2014