NO future! Angesichts der Krisen unserer Zeit scheint ein Blick in die Zukunft wenig verheißungsvoll. Und doch wollen wir in der Spielzeit 2026/ 27 einen solchen wagen, und zwar mit den Generationen, denen die Zukunft gehört. Gemeinsam mit jungen Menschen werden wir einen offenen, ehrlichen, mal dystopischen, mal utopischen Blick auf das werfen, was uns bevorsteht, und fantasievolle Strategien entwickeln, damit umzugehen. Sei es in einer Musicaladaption von George Orwells Romanklassiker 1984 gemeinsam mit dem Musical-Studiengang der UDK. Sei es in einem Open-Air-Happening zu dem Filmklassiker METROPOLIS der mit Fug und Recht die Urversion aller Sci-Fi-Filme und damit filmischen Zukunftsvisionen genannt werden kann. Sei es in der immersiven Performance BLUE HOUR die die Hinwendung zur Farbe Blau und zum Musikstil Blues als sinnliches, gemeinschaftsstiftendes Gegenangebot zu den spalterischen Tendenzen unserer Zeit formuliert. Und natürlich dürfen auch NO jung und NO kids nicht fehlen, die einerseits ihre eigenen Produktionen entwickeln und andererseits in diversen Projekten eingebunden werden. Darüber hinaus versuchen wir einmal mehr, Jugendlichen eine Stimme zu geben, die bislang noch keinen Kontakt zur NO hatten – entweder auf der Bühne in den verschiedenen Projekten oder hinter den Kulissen z.B. in einem Jugendbeirat, den wir im Rahmen unseres Jugendschwerpunkts gründen wollen.
Dear Darkness! Genauso wie wir die Augen vor den negativen Seiten der Zukunft nicht verschließen wollen, möchten wir andererseits in dieser Spielzeit auch das Schöne, Lustvolle, Unterhaltsame im Dunkeln entdecken. So wird die Produktion DARK SCHLAGER nach der dunklen Seite dieses sehr deutschen Musik-Genres, das für viele Menschen so viel mehr als nur ein Musikstil ist, suchen. In unserer Weihnachtskonzertreihe DARK CHRISTMAS rücken wir neben der Geburt Jesu vor allem den Tod dreier Popikonen ins Zentrum, die alle im selben Jahr, vor einer Dekade verstorben sind: George Michael, David Bowie und Prince. Eine Weihnachtsmusik für all diejenigen, die den Weihnachtstrubel lieben… oder auch hassen.
Den Spielzeitauftakt bildet schließlich eine Uraufführung des international gefeierten Musiktheaterkollektivs Opera Aperta, das seine Arbeiten in Kyjiv, und damit stets im Kontext des russischen Vernichtungskriegs, entwickelt, davon natürlich beeinflusst ist, das Leben aber dennoch umarmt, feiert und mit einer extremen Experimentier-, Musizier- und Spielfreude auf die Bühne bringt. VOX HUMANA, so der Titel ihrer neuesten Produktion, ist eine gleichermaßen eine Feier der Stimme sowie ein Plädoyer für Menschlichkeit.
Außerdem schwärmen noch die schlangenknaben mit den PÖBELARIEN in die Neuköllner Nachbarschaft aus, verwandelt sich unsere Bühne mal in einen Basketball-, mal in einen Minigolfplatz und eröffnen wir die Spielzeit mit STUDIO 55, einem Happening in der Passage inkl. Party.