
Was lässt sich mit der menschlichen Stimme alles tun? Im Sommer 2026 trifft sich eine Gruppe ukrainischer Künstler*innen, die unter der täglichen Bedrohung des russischen Vernichtungskriegs leben mit der Neuköllner Oper, um das Eröffnungsstück der neuen Spielzeit zu planen. Als Dank an Deutschland für seine politische Unterstützung und die Luftabwehrsysteme beschließen die Ukrainerinnen, diesem Land das Beste zu schenken, was sie haben – ihre Stimmen. Das Versprechen: Deutschland durch die Entwicklung eines radikalen politischen Hyperpop-Projekts auf den Sieg beim Eurovision Song Contest 2027 vorzubereiten.
Einleitung

LOVE in Europa
Von Dennis Depta, Dramaturg an der Neuköllner Oper und von VOX HUMANA
„Ich singe aus Angst vor dem Dunkel mein Lied
Und hoffe, dass nichts geschieht“
Nicole – Ein bisschen Frieden
Opera Aperta entwickeln das erste Mal seit ihrer Gründung 2020 eine Inszenierung außerhalb Kiews. Normalerweise produzieren sie ihre neuen Opern wie Chornobyldorf oder Mōdraniht. Songs of Winter War für die Menschen in der Ukraine und schicken sie erst im Anschluss quer durch Europa oder über den Teich nach New York, auf die Wiener Festwochen usw. Dieses Mal ist alles anders. Und es macht ihnen verdammt viel aus, für eine Zeit nicht in der Ukraine zu sein, das merkt man ihnen an. Es ist für sie keine Kaffeefahrt. Der Fokus liegt voll in der gemeinsamen Sache auf der Bühne. Ein Großteil der Reisegruppe sind inzwischen Performerinnen, Musikerinnen, Dramaturginnen und Produzentinnen. Die drei männlichen Reisebegleiter sind entweder noch im Studium oder kriegsuntauglich. Illia verrät mir auf der Autofahrt an die Ostsee, dass fast alle Freunde aus dem Theater an der Front sind oder aber am Staatstheater arbeiten. Eine freie Szene gibt es seit 2022 nicht mehr. Nur noch die Staatstheater laufen, der Rest der Kulturmittel wird in die Verteidigung gegen den russischen Angriffskrieg gesteckt. Umso erstaunlicher ist es, was für ein Team sich hier mit ganz unterschiedlichen Talenten versammelt. Ein drummender Opernsänger, eine Bass spielende Cellistin, eine singende Dramaturgin sind die Basis für diesen breiten Stilmix in VOX HUMANA.
24. August 2026: Wir fahren mit meinem Auto zum Geisterwald nach Nienhagen an der Ostsee, um den Sonnenuntergang für das Finale der Inszenierung zu drehen. Fast alle ukrainischen Flüsse münden im schwarzen Meer oder in der Ostsee. Die Zugänge zu Stränden am schwarzen Meer sind rar geworden und zum Teil sehr gefährlich zu betreten. 16 Stunden Aufwand für 16 Sekunden Inszenierung, 9 Menschen im Mini-Bus – das gefällt mir. Als Opera Aperta in den 2010er Jahren noch unter dem Namen Nova Opera auftraten, war die Qualität des Produzierens in der Ukraine einmalig im europäischen Maßstab. Alles war möglich. Als sie für eine Partitur Rotorenblätter von 2 Flugzeugen benötigten, verlegten sie einfach die gesamte Inszenierung in ein altes Stadion und bekamen die Flugzeuge zum Freundschaftspreis geliehen. Hier in Germany treten sie mit ihren VOX HUMANA-Orgelpfeifen nackt zwischen die Ostseebadegäste, auf den Balkon der Neuköllner Oper und ins temporäre Volksbad der Volksbühne – das Räuberrad im Rücken. Alle Beteiligten versuchen einstige ukrainische Produktionsverhältnisse herzustellen. Und die deutsche Hauptstadt, die so tot ist, dass eigentlich nichts mehr geht, überrascht plötzlich.
Was wollen die Kiewer*innen, Berliner*innen, Neuköllner*innen von Opera Aperta in Berlin sehen? Das fragen sie selbst, als ukrainische Pflegekräfte verkleidet, Passant*innen auf der Straße. Und mit diesen Erwartungshaltungen spielen sie dann auf der Bühne der Neuköllner Oper. „I want to cry“, sagt ein Berliner vor dem Volksbühnenrad. Es solle auch tragisch zugehen. Emotional. Er will auch wütend sein mit den Menschen, die ihm so nahe sind, obwohl er über die Ukraine kaum etwas wisse. Ein Mann in Kiew gibt zu Protokoll: „We know we have a common history.“ Ukrainer*innen und Deutsche müssen sich gegen die Faschist*innen zur Wehr setzen. Hitler – Putin – Parfümverkäufer. Aber wie kann das auf der Bühne gelingen, wenn das Entsetzliche doch nicht konsumierbar gemacht werden sollte, wie Monsieur Adorno später auf der Videoleinwand einfordert?
Die Inszenierung startet mit Bildern eines zerbombten Trödelmarktes in Kiew. Hiernach ruft ein Chor auf der Bühne mit einem traditionellen ukrainischen Volkslied den Frühling herbei. Mensch können laut einiger Soziolog*innen angeblich maximal bis zum nächsten Frühling denken. Das erklärt natürlich einiges… Doch auch das wird für die Ukrainer*innen schwer, denn schon der letzte Winter ohne Heizung war der blanke Horror. Opera Aperta hatten vier Grad Celsius im Proberaum.
Illia Razumeiko gibt im weiteren Verlauf an der Live-Übertitelung den Geschichtenonkel und liefert all den Background (den ich mir deshalb gut in diesem Text sparen kann), und der hilft, das Panorama von VOX HUMANA zu überblicken. Und schon sind wir mittendrin in der Vocal Healing School nach Alfred Wolfsohn, einem jüdischen Berliner Psychotherapeuten, der aus dem Ersten Weltkrieg mit einem akustischen Trauma aufgrund des Kriegsgeschreis zurückkehrte und sich durch Stimmübungen selbst kurierte. „Was man noch nicht sagen kann, kann man vielleicht schon singen“, wusste schon ein gewisser H. Müller und so sehen wir im 1. Akt die nackte menschliche Stimme um Existenz ringen: VOX HUMANA. Stimmen am Abbruch. Es flüstert, kratzt, schmatzt, kreischt, sägt. Absurd. Dada. Stimme als Instrument, frei von Sprache. Bis Ralph Siegels Ein bisschen Frieden Hoffnung verbreitet. Kann Hoffnung aus Deutschland kommen?
Nachdem die Stimmen Heilung erfahren haben, suchen Opera Aperta im 2. Akt „Love in Europa“ oder nach Wagner: die Sehnsucht nach einem friedlichen Schoß. Dafür wird die Bühne zur Rockshow und die selbstgeschriebenen Pop-Rock-, Poison-Rock- und Death-Folk-Fetzen sägen am Gehirn. Für das bisschen Liebe, das bisschen Frieden teilen die Ukrainer*innen ihre Expertise im erfolgreichen Bestreiten des EUROVISION Songcontests mit uns. Im Schnelldurchlauf werden so mittel- und osteuropäische Hits (Folktronika, Albania, Bosnia) gesungen, die im monströsen „How are you“ münden. „How are you? Allright!“ Musik und Szene vermitteln etwas anderes: der Mensch ist ein Bergwerk. Doch solange der Mensch eine Stimme hat, kann er diese gebrauchen, sich verständigen, sich kurieren, sich erheben. Die ukrainische Bevölkerung demonstriert dies seit dem Euromaidan 2013/2014, der größten zivilgesellschaftlichen Massenbewegung in Europa seit der Friedlichen Revolution von 1989.
Am Ende legt sich das Bühnen-Team von Opera Aperta schlafen. Das größte Geschenk, das Berlin ihnen für ein paar Wochen bereiten kann, ist Ruhe. „Wir haben die Schlüssel der Neuköllner Oper. Wir wohnen jetzt hier.“
StückAufbau

PRELUDIA
– Vox Populi Part I. Theater and War
– Ukrainischer Chor „Oi dai Bozhe vesnu pochat“ (Frühlingsruflied)
– Vox Präsentation (Illia Razumeiko)
ACT I VOX HUMANA. Alfred Wolfson – vocal healing school
1.1 Vox Humana Chor & Guzheng
1.2 Microrequiem (Komposition: Roman Grygoriv & Illia Razumeiko)
1.3 Bells
1.4 Duetto
1.5 Cello, Voice
1.6 Chor & Individuum
1.7 Konzert. Performance (Komposition: Roman Grygoriv)
1.8 Ein bisschen Frieden (Nicole-Cover)
ACT II LOVE
2.1 Vocal Workshop
2.2 Love (Komposition: Roman Grygoriv, Illia Razumeiko, Marichka Styrbulova, Text: Marichka Styrbulova)
2.3 Poison (Rock) (Komposition: Roman Grygoriv, Text: Sofia Pavlichenko)
2.4 Busy Girl (Komposition: Roman Grygoriv, Marichka Styrbulova, Text: Marichka Styrbulova)
Wiederholungen
2.5 Death Folk (Komposition: Roman Grygoriv, Illia Razumeiko, Text basiert auf einem traditionellen ukrainischen Frühlingslied)
2.6 Wozzeck / Liebestod, frei nach Alban Bergs Wozzeck und Richard Wagners Tristan und Isolde)
ACT III EUROVISION IN NEUKÖLLN
3.1 Vox Populi Part II. Opera and Drama
3.2 Albania (Komposition: Valeriya Vinogradova, Marichka Styrbulova, Text: Marichka Shtyrbulova)
3.3 Folktronia (Komposition: Valeria Vynohradova, Text: traditionell)
3.4 Bosnia (Komposition: Roman Grygoriv, Musik: Sofia Pavlichenko, Arrangement: Valeria Vynohradova)
3.5 Say Yes to No (Komposition: Valeria Vynohradova, Musik: Marichka Shtyrbulova)
3.6 Adorno
3.7 How are you? (Komposition: Valeria Vynohradova, Musik: Marichka Shtyrbulova)
POSTLUDIA
– Vox Dei
Songtext

SAY YES TO NO
NO human NO voice
NO freedom NO choice
NO risk NO fun
NO Thomas NO Mann
NO love NO pain
NO cloud NO rain
NO pain NO love
NO woof NO meow
NO human NO rights
NO black NO white
NO day NO night
NO left NO right
NO lie NO truth
NO age NO youth
NO rumour NO fame
NO match NO flame
NO weapon NO peace
NO sorry NO please
[peace please peace please peace please]
Say YES to NO
Say YES to NO
Say YES to NO
Say YES to NO
NO start NO end
NO try NO friend
NO gay NO straight
NO seven NO eight
NO stress NO joy
NO game NO toy
NO zero NO ten
NO women NO man
NO silence NO sound
NO falling NO ground
NO life NO fight
NO dark NO light
NO risk NO fun
NO Thomas NO Mann
NO sorry NO please
NO weapon NO peace
[peace please peace please peace please]
Say YES to NO
Say YES to NO
Say YES to NO
Say YES to NO
Beteiligte

MIT Oleksandr Chyshii, Kateryna Hordiienko, Karolina Muzychenko, Sofiia Pavlichenko, Yuliia Vitraniuk, Marichka Styrbulova, Roman Grygoriv, Valeriia Vynogradova, Illia Razumeiko
TEXT, THEORIE UND RAUM Illia Razumeiko KOMPOSITION UND MUSIKALISCHE LEITUNG Roman Grygoriv DRAMATURGIE Marichka Styrbulova, Dennis Depta ELEKTRONISCHE MUSIK Valeriia Vynogradova KOSTÜM Kateryna Markush VIDEO Ivanna Yakovyna KAMERA UND SCHNITT Liubov Ploskonosova, Sophia Gera SOUND Olha Goncharenko MITARBEIT AUSSTATTUNG Marcus Barros Cardoso REGIEASSISTENZ/ PRODUKTIONSLEITUNG Cara Freitag PRODUKTION IN DER UKRAINE proto produkciia (Olia Diatel, Yulia Parysh)
TECHNISCHE PRODUKTIONSLEITUNG Helmut Topp, Kim Titzmann TON Michael Tuttle LICHT Friedrich Schmidt VIDEO Torsten Litschko ABENDTECHNIK Michael Tuttle, Sören Schwedler, Sebastian Vivas Sanchez ABENDTECHNIK LICHT Friedrich Schmidt BÜHNENAUFBAU Gregor von Glinski, Marc Schulze, Rui Wegener, Ralf Mauelshagen, Pet Bartl-Zuba, Anne Wundrak, Zora Hünermann KOSTÜMABTEILUNG Christina Kämper (Leitung), Frank Schelhase, Kathy Tomkins MASKE Anne-Claire Meyer ABENDDIENST Sophie Reavley, Regina Triebel ABENDSERVICE Vanda Hehr
Biografien
Illia Razumeiko | Komposition, Regie

Ukrainischer Komponist, Regisseur, Performer und Kunstmanager. Geboren 1989 in Saporischschja. Studium der Komposition an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Doktorand am Artistic Research Center der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Mitbegründer des PORTO FRANKO Festivals und des zeitgenössischen Opernlabors Opera Aperta in der Ukraine. Träger des Nationalen Taras-Schewtschenko-Preises der Ukraine. Autor einer der besten Opern der Welt, laut Music Theatre NOW. Seit 2015 hat er gemeinsam mit Roman Grygoriv 11 Musiktheaterwerke geschaffen.
Roman Gryhoriv | Komposition, Regie

Ukrainischer Komponist, Dirigent, Regisseur, Performer und Kunstmanager. Autor von Opern, Kammer-, Vokal- und symphonischen Werken sowie von Musik für Theaterstücke und Filme. Geboren 1984 in Iwano-Frankiwsk. Seit 2007 studiert er Komposition an der Nationalen Musikakademie der Ukraine. Mitbegründer des PORTO FRANKO Festivals und des zeitgenössischen Opernlabors Opera Aperta in der Ukraine. Er komponiert Musik für Kino, symphonische und Kammerorchester, Gesang und Chöre. Träger des Nationalen Taras-Schewtschenko-Preises der Ukraine. Autor einer der besten Opern der Welt, laut Music Theatre NOW. Seit 2014 ist er Mitglied des Nationalen Komponistenverbands der Ukraine. Seit 2015 hat er gemeinsam mit Illia Razumeiko 11 Musiktheaterwerke geschaffen.
Olga Diatel | Produktion

Produzentin, Kulturmanagerin und Mitbegründerin von Kultur- und Bildungsorganisationen in der Ukraine. Geboren auf der Krim. Spezialisiert auf Organisationsentwicklung, Projektmanagement, strategische Planung und Fundraising. General Producer des Opera-Aperta-Labors. Mitbegründerin der Agentur proto produkciia und der NGO Insha Osvita. Mitbegründerin des Antonin Artaud Fellowship für darstellende Künstler*innen in der Ukraine. Derzeit erforscht sie verschiedene Formate für Residenzen und Fellowships für aufstrebende Künstler*innen – insbesondere für diejenigen, die ihre Arbeit in der Ukraine fortsetzen.
Yuliia Parysh | Produktionskoordination

Produzentin im Bereich der darstellenden Künste mit Sitz in der Ukraine. Koordinatorin des Antonin Artaud Fellowship für darstellende Künstler*innen. Produktionskoordinatorin und Regieassistentin des zeitgenössischen Opernlabors Opera Aperta, unter anderem bei den Produktionen GAIA-24. Opera del Mondo und MŌDRANIHT. Songs of Winter War, sowie bei der internationalen Präsentation ukrainischer Kunstprojekte.
Kateryna Markush | AUsstattung, Bühne

Bühnen- und Kostümbildnerin. Geboren in Saporischschja. Arbeitet an zahlreichen Theatern in der Ukraine und im Ausland. Steht kontinuierlich in aktiver Zusammenarbeit mit verschiedenen ukrainischen Theatern, darunter das New Theatre on Pechersk (Kyjiw), das Kyiv Academic Theater for Young Spectators in Lypky, das Lesia Ukrainka Drama Theatre (Lwiw), das Theatre Actor (Kyjiw), das Theater der Keller (Köln, Deutschland) und weitere.
Entwickelt und realisiert szenografische Konzepte für Schauspiel, dokumentarisches Theater sowie zeitgenössische Oper und Ballett. Zu ihren jüngsten Arbeiten zählt die archäologische Oper Chornobyldorf, inszeniert von den Komponisten Roman Grygoriv und Illia Razumeiko, die laut MTNow in die Liste der besten zeitgenössischen Opern der Welt aufgenommen wurde.
Marichka Shtyrbulova | Schauspielerin, sängerin

Schauspielerin, Sängerin, Musikerin, Sprecherin, Dozentin, Literaturredakteurin und Ukrainisch-Coach. Absolvierte 2015 ein Schauspielstudium an der Nationalen Universität für Theater, Kino und Fernsehen in Kyjiw sowie 2011 eine Ausbildung im Bereich Volksgesang an der Veriowka-Gesangsschule. Mitinhaberin des Tonstudios Gur-Gury Recording Studio in Kyjiw und Mitbegründerin einer Sprecherschule.
Karolina Muzychenko | Musikerin, performerin

2021 schloss sie ihr Studium an der R.-Glier-Musikakademie ab und studiert derzeit an der Nationalen Musikakademie der Ukraine in Kyjiw. 2022 studierte sie im Rahmen des Erasmus-Programms an der Hochschule für Musik Karlsruhe. Sie trat als Mitglied des Youth Symphony Orchestra of Ukraine und des Central European Foreign Youth Orchestra auf und war Assistentin des deutschen Quartetts delian::quartett. Zudem ist sie Cellistin in Kammerensembles wie Mondestrunken, Druzi Baroko und Petrichor.quartet.
Oleksandr Chyshii | Sänger, performer

Sänger, Absolvent der R.-Glier-Musikakademie. Studierte an der Nationalen Musikakademie der Ukraine. Seit 2023 ist er zudem als Gesangslehrer tätig. Leiter der gemeinnützigen Organisation „44700“, bei der sie seit 2022 ehrenamtlich aktiv ist und kulturelle Benefizveranstaltungen organisiert, darunter Konzerte wie „Classical Concert on Spaska Street“ und „Music of Unity“, Filmvorführungen sowie gemeinsame Vokalimprovisationen, an denen er selbst als Sänger oder Mentor beteiligt ist.
Sofiia Pavlichenko | Sängerin, performerin

Sofia Pavlichenko ist eine ukrainische Sängerin, Schauspielerin und Musicaldarstellerin mit mehr als zwölf Jahren internationaler Bühnenerfahrung. Sie arbeitet in den Bereichen Jazz-Cabaret, Musical und zeitgenössischer Vokalmusik.
Sofia war zuvor Lead-Sängerin der Freedom Jazz Band und erreichte 2019 das Finale der ukrainischen Eurovision-Vorentscheidung. Derzeit ist sie als Schauspielerin am Nationalen Akademischen Operettentheater Kyjiw tätig, wirkt an Projekten von Opera Aperta mit und ist Solistin bei Legendary Rock Voices.
Ihre internationale Bühnenerfahrung umfasst Auftritte in Europa, den USA und darüber hinaus. Dabei verbindet sie ausdrucksstarken Gesang, theatralische Präsenz und eine unverwechselbare zeitgenössische Bühnenausstrahlung.
Yuliia Vitraniuk | Sängerin, Performerin

Yuliia Vitraniuk ist Folkmusikerin und Sängerin und wurde in Kyjiw, Ukraine, geboren. Von 2017 bis 2023 studierte sie an der Fakultät für musikalische Künste der Nationalen Universität für Kultur und Kunst Kyjiw mit Schwerpunkt Folklore. Während ihres Studiums begann sie ihre Karriere als Folkvokalistin und zeichnete sich nicht nur dadurch aus, dass sie authentische Lieder reproduzierte, sondern auch dadurch, dass sie mit ihnen arbeitete und ihrer Klanggestalt neue Formen gab. Sie nahm an der 11. Staffel von „The Voice of Ukraine“ teil und ist heute Solistin der Folkloreband Zgarda, Sängerin des Pop-Folk-Musikprojekts Authentix sowie Mitglied der Rock-Folk-Band The Doox. Im Mai 2023 schloss sich Yuliia dem Team der archäologischen Oper Chornobyldorf an und trat bereits gemeinsam mit den Mitwirkenden der Oper bei einem Festival für zeitgenössische Kunst in Frankfurt auf. Im Januar 2024 war sie außerdem im Rahmen der Oper Chornobyldorf beim Prototype Festival in New York City (USA) auf Tour.
Valeria Vynohradova | Elektronische Musik, Performerin

Valeria Vynohradova ist eine ukrainische Komponistin, Performerin elektronischer Musik und Schöpferin audiovisueller Installationen, ursprünglich aus Berdjansk. Sie ist Absolventin der Nationalen Musikakademie der Ukraine und der Hochschule für Musik Freiburg. Ihre Werke wurden in zahlreichen Ländern uraufgeführt und von Ensembles und Studios wie dem Ensemble Recherche und dem SWR in Freiburg, dem Hypnos am Conservatoire de Paris sowie dem Ensemble 24 aufgeführt. Valeria ist derzeit auch als Live-Electronics-Künstlerin und Performerin bei Opera Aperta tätig. In ihrer künstlerischen Praxis verbindet sie mathematische Modelle mit musikalischer Programmierung und erforscht neue Formen der Klangorganisation. Ihr Ansatz ist von den experimentellen Ideen Alvin Luciers und Harry Partchs geprägt.
Kateryna Hordiienko | Performerin

Schauspielerin, Tänzerin, Performerin und Movement Coach. Tourte als Choreografin und Performerin mit einem Tanzteam durch mehr als 60 Städte in China, der Schweiz und der Türkei. Seit fünf Jahren setzt sie ihre künstlerische Reise fort und erforscht die Welt des Theaters. Als Schauspielerin und Transformationskünstlerin ist sie in der Lage, sich sowohl innerlich als auch äußerlich in unterschiedliche Figuren zu verwandeln. Schauspiel, dokumentarisches und physisches Theater, Oper – sie bewegt sich sicher durch verschiedene Genres und Rollen. Außerdem arbeitet sie als Sprecherin an Bildungs- und Gesundheitsprojekten, Projekten zum Englischlernen, Podcasts über kulturelle Aneignung sowie als Sprecherin für Fernsehserien. Mit Monodramen und Workshops ihrer Movement Labs ist sie regelmäßig in Europa auf Tour.
Marcus barros Cardoso | Mitarbeit Ausstattung

Ursprünglich aus Brasilien, zog ich 1996 nach Lissabon und lebe seit 2003 in Berlin. Nach einer Ausbildung zum Video- und Fernsehproduzenten und Workshops im Bereich Bildende Kunst begann ich 2007 meine Arbeit im Kostümbereich an der Schaubühne Berlin. Seitdem war ich als Kostüm- und Requisitenassistenz, Supervisor sowie als Kostüm- und Bühnenbildner für Künstler*innen und Institutionen wie Pina Bausch, Robert Wilson, Gob Squad, Constanza Macras/Dorky Park, Hebbel am Ufer, das Maxim Gorki Theater und das Thalia Theater tätig. Meine Arbeiten wurden an renommierten Spielstätten und bei Festivals wie der Akademie der Künste, dem Haus der Berliner Festspiele, der Volksbühne, BAM New York, dem Bauhaus Dessau, Charleroi Danse, Dansens Hus Oslo und Tanz im August gezeigt. 2012 gründete ich mein eigenes Modelabel MBC Berlin. Seit 2019 arbeite ich vorwiegend als Kostüm- und Bühnenbildner*in und war an mehr als 50 Produktionen beteiligt, zuletzt an Linie 1 am GRIPS Theater, Back to the Present an der Volksbühne, Wahnsinn – Die Show und VOX HUMANA an der Neuköllner Oper.
Dennis Depta | Dramaturgie

Dennis Depta, 1988 in Cottbus geboren, ist Dramaturg, Performer und Musiker. Mit der Berliner (Musik)-Theatergruppe glanz&krawall sucht er seit 2014 unbekümmert die Konfrontation mit dem Rest der Gesellschaft– von der Hochkultur der Oper bis zur poetischen Verlorenheit eines Alleinunterhalters in der Dorfdisko. Dafür holt er mit Regisseurin Marielle Sterra Formate der Populärkultur wie Wrestling, Circus, Punkkonzerte oder Trabrennen ins Theater und bringen das Theater vermehrt in den Stadtraum, z.B. in Clubs, Strandbäder oder Psychiatrien. Seit 2019 initiieren Depta und Sterra die inklusive Theater- und Musik-Festivalreihe BERLIN is not…, für die Musikacts und Gruppen der Darstellenden Künste gleichermaßen Opern von Richard Wagner & CoKG für ein breites Publikum bearbeiten. Seit der Spielzeit 2025/2026 ist Depta Dramaturg an der Neuköllner Oper, Berlin. Er ist Gitarrist der Bands SCHROTTI STAR ORCHESTER und KANAL. Depta glaubt, dass Kunst von Wollen und nicht von Können kommt.
Cara Freitag | Regieassistenz, Produktionsleitung

Cara Freitag, geboren in Mainz, absolvierte nach ihrem Abitur 2016 Praktika und arbeitete als Assistentin an der Oper Wuppertal. Anschließend studierte sie Theaterwissenschaft und Philosophie in Berlin und war parallel in der freien Szene in den Bereichen Regie und Bühnenbild tätig. Es folgten verschiedene Gastassistenzstellen, unter anderem in Dresden, Wuppertal und Luzern.
An der Neuköllner Oper begleitet sie VOX HUMANA nun bereits bei ihrer siebten Produktion als Regieassistentin und Produktionsleiterin.