Der Kirschgarten soll verkauft werden! Also, der zweite Kirschgarten, hier und jetzt im Deutschland 2025. Da ist es gut, wenn sich die ganze Familie noch einmal trifft, hängen an ihm doch so viele Erinnerungen. Aber auch an dem ersten, denn der stand in Namibia, gepflanzt vom Urgroßvater, der als Kolonialist nicht auf seine Schwarzwälder Kirschtorte verzichten wollte. Varja ist 37 Jahre alt und hat das nicht mehr miterlebt, selbst ihre Adoptivmutter Andrea weiß es nur noch aus Erzählungen. Und ihre Adoptivschwester Anja möchte mit dieser Geschichte schon gar nichts mehr am Hut haben, sondern zielt mit ihren zwanzig Jahren vor allem auf eine ausgeglichene Work/Life-Balance. Dabei gäbe es wirklich Wichtigeres zu tun – etwa die Rettung des maroden Familienunternehmens, die ganz auf den Schultern Varjas lastet. Als dann noch Onkel Gerald, Andreas Untermieter Trofimov und Varjas Pflegeschwester Lolo dazu stoßen, ist der Tisch bereitet für ein emotional aufgeladenes Familientreffen…
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Autor Martin G. Berger und Komponist Wolfgang Böhmer nutzen Tschechows Klassiker als Ausgangspunkt, um aktuelle gesellschaftspolitische Fragen nach Besitz, Erbe, Schuld und Generationengerechtigkeit in ihrem neuen Musical zu verhandeln. Dabei schrecken sie weder vor Witz noch Komplexität zurück. Böhmer entführt die Zuschauer*innen in eine mal schillernde, mal jazzy-chansoneske Klangwelt mit Klavier, Kontrabass, Bajan, einem osteuropäischen Akkordeon, und Blasinstrumenten.
Regisseurin Alexandra Liedtke, die 2024 an der Neuköllner Oper DADDY UNPLUGGED inszenierte, lässt auch in diesem Kirschgarten das Menschliche und Zwischenmenschliche der Figuren in all ihrer Komplexität aufscheinen und kehrt das Ungesagte heraus.
Beteiligte
REGIE Alexandra Liedtke MUSIKALISCHE LEITUNG Magnus Loddgard, Julius Windisch CHOREOGRAPHIE Paul Blackman DRAMATURGIE Dennis Depta AUSSTATTUNG Philip Rubner REGIEASSISTENZ / PRODUKTIONSLEITUNG Cara Freitag
MIT Tina Ajala, Samuel Franco, Laura Goblirsch, Julia Klotz / Claudia Renner, Vasiliki Roussi / Franziska Junge und Markus Schöttl sowie den Musiker*innen Nikolaus Neuser, Valentin Butt / Sanja Mlinaric, Rebecca Lawrence / Rosie Salvucci, Magnus Loddgard / Julius Windisch, Abigail Sanders und Christian Vogel
„Fragen nach Erbe, Schuld und Besitz werden in diesem KIRSCHGARTEN auf ironische Weise zugespitzt. Ein amüsanter und zugleich tiefgründiger Abend.“
Arte, Die Last des Erbens, 17.12.2025
„Eine Komposition mal jazzig, chansonartig, schillernd, komplex, dicht verwoben mit dem Text voll Poesie und Witz.“
rbb Inforadio, Neuköllner Oper zeigt Tschechow-Stück, 17.12.2025
„Jazz und Swing wehen durch die Partitur von Wolfgang Böhmer. In manchen Songs klingen die stets sofort wieder gen Harmonie strebenden Dissonanzen nach einem frühen Großstadtfilm. Dann wieder meint man als nicht aufs Musiktheater spezialisierte Autorin Anklänge an die Tanzmusik der 1920er oder die Musikfilme der 1960er zu hören. Wunderbar weich und abgerundet ist der Sound, den die musikalischen Leiter Magnus Loddgard und Julius Windisch mit ihren Kolleg*innen kreiert haben.“
nachtkritik.de, Gut Kirschen essen, 19.12.2025
„Wie genau das Tschechows „Kirschgarten“ nachgebildet ist, muss das gut gemischte, recht junge Publikum gar nicht wissen. Die Szenen sprechen aktuelle Themen unserer Gesellschaft in derart pointierten Dialogen an, dass man sich einfach selbsterkennend amüsieren kann. Tschechow selbst hielt sein Drama für eine Komödie und wünschte sich mehr Leichtigkeit für ihre Darstellung. Also ist es auch legitim, aus dem Stück ein fetziges Musical zu machen – und es funktioniert! “
neue musikzeitung, Freiheit statt Ausbeutung, 27.12.2025
„Alexandra Liedtke hat schon bei „Daddy Unplugged“ gezeigt, wie man schwere Themen leicht über die Bühne bringt. Eben mit reichlich Ironie. Es gelingt ihr auch jetzt wieder, unterstützt von Paul Blackmans Choreografie, erhalten Generationenkonflikt und Kapitalismuskritik dann doch eine Menge Unterhaltungswert.“
Berliner Morgenpost, Schuld und Sühne beim Familientreffen, 21.12.2025
„Ausstatter Philip Rubner setzt die Familienaufstellung in den arenaartigen Rahmen einer grün ausgeschlagenen Stufenlandschaft. Dort findet auch das sechsköpfiger Orchester seinen Platz. Sparsames Licht, Gläser mit roten Kirschen, Bonsai-Kirschbäume in einer fahrbaren Vitrine und ein paar grüne Kisten, die Bäume symbolisieren und den Schauspielern als Anspielkameraden dienen, bieten einen konzentriert-atmosphärischen Rahmen. Low-Budget-Ausstattung at its best.“
Der Tagesspiegel, Bittere Früchte von Deutsch-Südwest, 19.12.2025
PREMIERE 18. Dezember 2025 DAUER 2 Stunden, mit Pause SPRACHE Deutsch
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