Stell dir eine Powerpoint-Präsentation vor: halbherzig-inspirierende Worte über die Erholung nach einer postnatalen Depression. Dann Abrissbirnen. Irgendwas mit Gott suchen. Ein grunzender Chor. Lauwarmes Fingerfood und Popikone Slutty Suzy, die einen Hyperpopbanger über das Kinderkriegen in einer hoffnungslosen Welt spielt. Eine White-Noise-Box. Was als eine erbauliche Rede über das Überwinden einer existentiellen Krise beginnt, explodiert in befreiendem Lärm…
Wurde uns nicht mal eine Zukunft von Stabilität und Fortschritt versprochen? Anstelle von Wohlstand, Frieden und den Früchten des Technik-Booms drohen jetzt alle Systeme zusammenzubrechen. Klimakatastrophe, Kriege, Faschismus: Wir leben in Zeiten der Polykrise. Die Nachrichtenlage lässt sich kaum noch verarbeiten und versetzt in permanenten Stress. Wie können unsere Sinne lernen, mit dieser Überforderung umzugehen, ohne abzustumpfen? In der intensiv-immersiven Performance-Oper NOISE taucht Club Gewalt mit dem Publikum ein in das Rauschen der Weltuntergangsprognosen – und singt aus voller Lunge dagegen an. Das Ziel: Wieder lieben zu lernen, ein Mensch zu sein.
Club Gewalt ist ein musikbasiertes Performance-Kollektiv aus Rotterdam. Aus dem Widerstand gegen Ungerechtigkeit und der Liebe für das Zusammensein heraus machen, komponieren, produzieren und performen sie ihre eigenen Werke: von feministischen Punk-Weihnachtsmusicals und trübsinnigen Opern zum Thema institutioneller Rassismus bis hin zu Clubabenden in Museen und politischen Slutpop-Konzerten. Immer musikalisch virtuos, mit Witz und irgendwie unbequem.