Das Wunder von Neukölln

Sozialkomödie mit Musik
Uraufführung am 04. Dezember 1998

Lust auf Neukölln?
Lust auf Gropiusstadt, auf Arbeitslosigkeit, alleinerziehende Mütter, trinkende Väter, behinderte Kinder und illusionslose wie naive Medienmenschen?
Noch nicht so richtig?
Die Neuköllner Oper will’s Ihnen leicht machen und doch auch wieder nicht zu leicht.
Peter Lund hat sich sozusagen vor der Neuköllner Opern-Haustüre umgesehen und ein modernes, schaurig-schönes Märchen geschrieben. Böse und skrupellos wie Märchen sind, und komisch pointiert und lebenswahr wie Märchen eben auch sind.
Ein Märchen über die Penny-Verkäuferin Janine Majowski, die, als sie schwanger wird, beschließt, allen Hindernissen, d.h. ihrer Mutter, ihrem Freund, ihrem Arbeitgeber zum Trotz, das Kind zu bekommen. So geschieht es, und damit nimmt das Glück, nein, das Unglück, nein, doch das Glück seinen Lauf. Denn mit dem kleinen Dennis Majowski hat es eine besondere Bewandtnis: Ob man nun daran glaubt oder nicht: Das Kind wirkt Wunder!
Ohne den kleinen Dennis jedenfalls hätte sich der charmante Fernsehmoderator Johannes Fonfara und mit ihm die gar nicht so schöne Medienwelt wohl kaum für Janine interessiert.
Was unser moderner Märchenprinz bei Majowskis anrichtet und welche Wendung zum guten, nein zum schlechten, nein, doch eher zum guten Ende Janines Leben nimmt, erzählt diese Produktion der Neuköllner Oper, die nun als Gastspiel in das GRIPS Theater zieht.
Wolfgang Böhmer hat dazu fetzige Songs mit Ohrwurmqualitäten geschrieben, vom rockig-rappigen „Wir in Gropiusstadt sind unseren Eintritt wert“, den fast schon kabarettistischen Discobesuch „Neukölln bei Nacht“, das Abtreibungs-Ostinato „Mach wech…“ bis zur feuerzeugträchtigen Gospelnummer „Ein Ding am Tag brauch’ ich zum Glauben….“
Bernd Mottl führt Regie, Dirk Immich zaubert Sie und uns in den Neuköllner Lebens- und Bühnenraum. Susanne Suhr war für die Kostüme natürlich auch mal im Humana-Second-Hand-Shop unterwegs, Nicola Wendt choreographiert diesen Neuköllner Alltag –
das gleiche künstlerische Leitungsteam, das in genau dieser Zusammensetzung vor zwei Jahren äußerst erfolgreich die sechs Kurzopern „Der Wurm“ präsentierte.
Christine Rothacker, in Berlin vor allem durch ihr Soloprogramm Zieh dich aus, ich will mit dir reden bekannt, ist Janine Majowski, Gerd Lukas Storzer charmiert als Fernsehmoderator Johannes Fonfara, dessen Lebensgefährtin wird gespielt von Katrin Aebischer, Janines Bruder von Martin Stenkamp, ihre Freundinnen von Claudia Stangl und Ilka Sehnert, und Guido Schmitt spielt Janines Freund Karl Döberitz.
Also, wie jetzt? Lust auf Neukölln? Nein, den Tiergarten, nein, doch Neukölln!

Text: Peter Lund; Musik: Wolfgang Böhmer; Regie: Bernd Mottl; Musikalische Leitung: Hans-Peter Kirchberg: Bühnenbild: Dirk Immich; Kostüme: Susanne Suhr; Choreographie: Nicola Wendt

Mit: Katrin Aebischer, Silvia Bitschkowski, Christine Rothacker, Guido Schmitt, Ilka Sehnert, Claudia Stangl, Martin Stenkamp, Gerd Lukas Storzer.