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Ab 17. Dezember
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Ein Ritual mit der Oper Ayamé von Kosaku Yamada
Erstaufführung. Ab 21. Februar. Bis 7. April 2019

Um 1931 schreibt der japanische Komponist Kósçak(»Kosaku«) Yamada – der zuvor u. a. in Berlin studiert hatte – für Paris den Operneinakter Ayamé. Als »Opéra choréographique« untertitelt, ist das zwischen Debussy, Richard Strauss und japanischen Klängen oszillierende Werk alles andere als eine Ballettmusik, sondern das kammerspielartige Drama des Mädchens Ayamé, das als Prostituierte arbeiten muss, um die Schulden
des verstorbenen Vaters zu tilgen und die Ehre der Familie  wiederherzustellen. Als alle Versuche ihres Bräutigams scheitern, sie aus dem Bordell zu befreien, bleibt dem jungen Paar nur ein anderer – traditionell japanischer – Ausweg.
Mit seinem Team folgt der Regisseur und Videokünstler Vincent Stefan der Frage Ayamés, wem unser Körper gehört. Zu Beginn wird Ayamé auf den Tokaido geschickt, den großen Handelsweg, an dessen Ziel u. a. das Bordell liegt. Wie sieht dieser Weg heute aus, fast 90 Jahre später?
Wie weit können wir den Wert unseres Körpers selbst bestimmen, den ihm die Märkte in der einen oder anderen Weise zuschreiben? Die Entdeckung der unbekannten Oper Ayamé wird zum Ritual einer Befragung des Körpers, seiner Grenzen und Rechte. Ähnlich wie im Butoh-Tanz in den 60er Jahren, der als »Antitanz« und Gegenreaktion zu amerikanischen Musicals im Nachkriegs-Japan entstanden ist. »Für uns geht es nicht um die tänzerischen Aspekte, aber wir brauchen die Grundidee, um der scheinheiligen Ratio der Neuzeit die Groteske, das Geheimnisvolle, das Nichtverstehbare und das Absurde entgegenzustellen, um die vorherrschende Rationalität hinterfragen zukönnen.« sagt Vincent Stefan, seit Jahren als Musiker, Videodesigner, Regisseur, Komponist, Dramaturg, Performer und Fotograf international tätig. Markus Syperek – Musiker, Komponist und Arrangeur für zahlreiche Opern-, Schauspielhäuser und Festivals – schrieb für unsere Einrichtung die musikalische Fassung. Wie Okichi wurde Ayamé vermutlich noch nie in Deutschland oder Europa gespielt, da die geplante Pariser Uraufführung nicht zustande kam. In unserer Inszenierung hören Sie ebenfalls Ausschnitte aus anderen Werken Yamadas, meisterhafte große Sinfonik, die das Erbe von Spätromantik und Impressionismus mit der traditionellen Musik Japans verschmilzt. Yamada dirigierte übrigens eine Suite aus Ayamé 1937 in Berlin mit den Berliner Philharmonikern.

Musikalische Einrichtung und Leitung: Markus Syperek | Inszenierung, Fassung:  Vincent Stefan | Fassung, Dramaturgie: Bernhard Glocksin | Bühne: Sabrina Rossetto | Videos: Florian Japp | Kostüm: Rebekka Dornhege Reyes | Tasteninstrumente: Markus Syperek | Violoncello: N.N. | Saxophone: Ruth Velten