Maja & Co.

Die Insektenoperette von Jacques Offenbach
neu gefasst von Peter Lund (Text) und W. Böhmer (Arrangement und Neukompositionen)
Premiere am 30. November 2006

Eine wirklich sehr unbekannte Operette von Jacques Offenbach zaubert die Neuköllner Oper diesmal aus dem Hut. Und wie immer bei Offenbach eine Perle des satirischen Musiktheaters, die mit Witz und Intelligenz den Spießbürgern von gestern und heute den musikalischen Spiegel vorhält.
Wobei sich Offenbach in diesem Falle nicht irgendwelcher griechischen Götter oder sonstigen übermenschlich großen Helden bedient, um die Lächerlichkeit unseres Seins auf den Punkt zu bringen. Im Gegenteil. Unsere Protagonisten sind diesmal ziemlich winzig. Aber auch Insekten legen frappierend menschliche Eigenschaften an den Tag, wenn es darum geht, das Operettenhappyend zu erreichen, ohne seinen Kopf zu verlieren.
Seinen Kopf verliert man auf der Wiese nämlich ziemlich schnell, wenn man als pflichtvergessene Biene beschließt, seine Tage statt mit Honig-Sammeln lieber mit diversen Insektenbekanntschaften zu verbringen. Dass Grashüpfer enttäuschend unzuverlässige junge Herren und Hornissen gefährlich hungrige junge Damen sind, weiß ja jedes Kind, aber dass man mittlerweile nicht einmal mehr den Rosenkäfern trauen kann und alle Libellen für ihre Kunst morden würden, das alles muss man als junge Biene erst schmerzhaft lernen, bis man endlich ein Insekt gefunden hat, mit dem es sich lohnt, gemeinsam zu überwintern. Und ein Insekt für den Winter will unsere Biene Maja auf jeden Fall; am liebsten natürlich einen Menschen, denn Menschen sind fast so klug wie die Bienen. Aber selbst in der Operette kriegt eine flotte Biene nicht immer das, was sie sich wünscht. Die Liebe zwischen verschiedenen Insekten bleibt schwierig. Insekten sind im Herzen nämlich überraschend ähnlich gebaut wie wir Menschen. Aber sie haben immer noch sechs Beine, und mit denen bewegen sie sich verdammt schnell über die Bretter, die die Welt bedeuten.

Koproduktion mit dem Studiengang Musical / Show der UdK

Musik. Ltg.: Hans-Peter Kirchberg; Regie: Peter Lund; Choreographie: Andrea Heil; Ausstattung: Ulrike Reinhard

Mit: Nadine Eisenhardt, Isabell Horn, Martin Kiuntke, Bernard Niemeyer, Patricia Röder, Michael van Stark und Juliane Maria Wolff