Taksim Forever – #Rüyalar parkı

Musiktheater von Can Erdogan-Sus (Komposition) und Kerem Can (Text)
Uraufführung am 21. August 2014

Im Radio hört Ben Leylas Stimme. Ben ist Klangkünstler, Leyla Aktivistin der Protestbewegung im Gezi Park. Ben fliegt nach Istanbul, hängt Mikros und gerät in Polizeieinsätze, bei denen er Leyla trifft und sich in sie verliebt. Ben versteht weder türkisch noch die wirkliche Bedeutung der Bewegung, für die Leyla kämpft. Aber er kann sie fühlen. Für eine kurze Zeit wird der Gezi-Park zum Rüyalar parkı, dem „Park der Träume“, der Menschen der unterschiedlichsten Einstellungen und Lebensumstände vereint, vielleicht zum ersten Mal in der Türkei. Eine gelebte Utopie von einem anderen Leben hier und jetzt und zugleich eine Erfahrung, die das Land und seine Menschen verändert.
Dann droht die gewaltsame Räumung. Und die Entscheidung: was bist Du bereit zu riskieren, wenn du kämpfen musst? Mittlerweile ist auch Leylas Mutter auf dem Platz, entschlossen, ihre Vorbehalte zu überwinden. Plötzlich geht alles so schnell: Gas, Wasserwerfer, eine Staatsmacht, die alles zerschlägt. Alles?

Der Kampf um den Gezi Park ist um die Welt gegangen und noch lange nicht zu Ende. Das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben ist universell, es betrifft alle und überall. Nach Taksim Meydani, der unmittelbar auf die Ereignisse reagierenden Koproduktion im letzten August, nähern wir uns dem Thema in einer fiktionalen, poetischen Weise, basierend auf wahren Geschichten, vielen Begegnungen und Recherchen vor Ort.

Komposition: Can Erdogan-Sus · Text: Kerem Can · Regie: Nicole Oder · Musikalische Leitung: Bijan Azadian · Ausstattung: Yvonne Kalles · Dramaturgie: Bernhard Glocksin

Mit: Murat Dikenci, Alexander Ebeert, Pinar Erincin, Johannes Hubert, Hürdem Riethmüller

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