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Programmheft: Last Exit Europa

Von Laura Laabs (Text) und Leo Solter (Musik)

© Peter van Heesen

Idee Europa: ein Kontinent, ein Machtzentrum, von Festung über Freihandelszone zu Freudenfunken – und zurück. Und Mythos Europa: Eine geraubte Königstochter. Was ist aus ihr geworden nach über zweitausend Jahren in Geiselhaft verschiedener Ideologien, Diktatoren und Hoffnungsträger? Wie geht es ihr? Und wo steckt sie überhaupt? 

Einführung

© Peter van Heesen

Von Dennis Depta, Dramaturg an der Neuköllner Oper

ALLES SUPER

Ich kann mich gut an die Dezembernacht erinnern, als Polen in den Schengen-Raum aufgenommen wurde. Kurz vor Mitternacht fuhren wir an den Grenzübergang zur Slowakei. […] In dieser Gesellschaft einiger Dutzend feiernder Menschen gab es keine Ortsansässigen. Auf polnischer Seite begann das Dorf ein paar hundert Meter vom Grenzübergang. Das nächste slowakische Dorf lag drei Kilometer entfernt. Doch außer den lokalen Beamten, Honoratioren und Grenzschützern waren nur ein paar Touristen da und einige Leute wie wir, die aus der Stadt in diese Gegend gezogen waren. Niemand jedoch von denen, die im Alltag und seit Generationen in der Nähe der Grenze lebten. Sie schliefen oder sahen fern. Die Symbolik dieser europäischen Nacht ging sie nichts an. Nur wir, die „Städter“, freuten uns, naiv wie Kinder, und tranken den schäbigen kohlesäurehaltigen Wein aus Plastikbechern.“
Andrzej Stasiuk – Europa: Hinter den Gardinen (DIE ZEIT, 03.03.2016)

„ALLES SUPER“ blinkt es in LAST EXIT EUROPA von der Zapfsäule her. Wirklich? „Die Wunden der neuen Weltordnung“, wie Derrida in Marx’ Gespenster schreibt, zeigen sich zuerst an der Tankstelle. Dieser zugige Transitort am Rande der Freiheitsautobahn, nahe dem geschlossenen Schlagbaum ist immer auch zentraler Gradmesser für die Sprengkräfte der internationalen Abhängigkeiten und Kriege. Wo aktuell kein Weiterfahren mehr lohnt (bei Spritpreisen um die zwei Euro fünfzig), lässt es sich doch gut für eine Weile verweilen, im Bühnenbild von Dominik Kremerskothen, in der Inszenierung von Laura Laabs. Alle sitzen an der RASTStätte, in der RASTstätte, um die RASTstätte. Sind wir wirklich drinnen oder draußen?

70 rastlose Minuten rasten wir genau hier. Im Herzen des Kontinents, in dem die geraubte Königstochter, die mythische Figur Europa mit ihrer dreiköpfigen Zofe Hydra das Etablissement am Laufen hält. Die Chefin strippt noch selbst. Ihr Herz trägt sie auf der Zunge und singt uns, den Schlaflosen, den Versprengten, den Resten des Abendlandes ihre Lieder von Unterwerfung und Ermächtigung, von Schwertern und Scheiden, von Prostitution und Revolution. Sie, Europa braucht den blöden Stier schon lange nicht mehr. Es ist ihre Stimme, die ihr Flügel verleiht und sie über alle Grenzen schweben lässt – nach über zweitausend Jahren in Geiselhaft von verschiedenen Diktator*innen und Hoffnungsträger*innen.

LAST EXIT EUROPA ist die erste Bühnenarbeit von Film-Regisseurin und Autorin Laura Laabs. Für die Uraufführung ihres Singspiels an der Neuköllner Oper hat sie sich mit Musiker Leo Solter von 21 downbeat zusammengetan. Die neukomponierten Musiken aus dem Automaten mit Live-Stimme changieren zwischen Dark Pop, Electro Clash und Gaming Sound-Musical. Die Lieder tragen Titel wie EUROPORN, TÜR ZU und ICH BIN DAS WUNDER. Auf der Bühne schmeißt sich Sänger, Performer und Theatermacher der Cora Frost in die Rolle der Europa und trifft auf das Musik- und Performancekollektiv die schlangenknaben. Das Trio verkörpert Hydra, ein vielstimmiges Schlangenwesen, das der Tankstellen-Chefin auf Schritt und Tritt folgt, permanent ChatGPT ähnliche Auskünfte gibt und als Emporkömmling durchaus Gefallen an Europas Abwicklung findet. „Der Kontinent liegt in Trümmern! Die Ruinen Europas sind: Die leeren Worte im Wind. Gemeinschaft. Bündnis. Freiheit. Wohlstand. Wandel. Wachstum. Stärke. Fortschritt. Liebe. Mensch“ verkünden die Palast- äh Raststopp-Revoluzzer. Sie wittern ihre Chance, endlich das Ruder zu übernehmen.

Klar, vieles liegt in Trümmern. Was ist von der Wiege der Aufklärung, des Humanismus, der Demokratie im Jahr 2026 noch übrig? Oder: wo hat uns all das hingeführt? Welches Blut klebt an unseren Fingern? Der Kontinent durchdringt unser Leben, unseren Alltag, selbst wenn manche das abzulehnen versuchen. Europa sind wir. Andere nicht. Gegen die erfanden wir den Stacheldraht. Von Festung über Freihandelszone zu Freudenfunken – und zurück! Ist noch etwas zu retten von der Idee eines friedlich geeinten Europas in einer Gegenwart, in der die Selbstverständlichkeiten schwinden?

Natürlich ist Europa nicht geschlagen. Es wird sich immer wieder neu erfinden, herausschälen. Es ist immer Verhandlungsmasse. LAST EXIT EUROPA bietet verschiedene Sichtweisen auf den Kontinent, auch indem sich die Bühnenproduktion dem Gründungsmythos selbst zuwendet und die mythische Figur Europa neu belebt. Als Mensch an der Tankstelle, der seine Geschichte(n) mit uns teilt. Zeus verschleppte die Königstochter auf Kreta, vergewaltigte sie dort und benannte das karge Land nach ihr. „Das Blut läuft aus meinen Beinen, seit dem ersten Tag“, heißt es in ICH BIN DIE WUNDE. Europas Zerrisenheit geht uns an. So wie in den letzten 2500 Jahren kann es nicht weitergehen.

Songtitel

© Peter van Heesen

Musik: Leo Solter, Text: Laura Laabs    

1. Kosmos 
2. Ich bin Europa (Song)                
3. Ich bin die Hure                    
4. Europorn                         
5. Tür zu                        
6. Ich bin die Wunde                
7. Ich bin das Wunder

Songtext

© Peter van Heesen

ICH BIN EUROPA!

Ich war da. 
Ich war da. 
Ich war da.

Ich war da
seit dem ersten Tropfen Blut, 
der an meine Ufer gespült wurde
bis zum letzten Fünkchen Hoffnung
das als Asche vom schwarzen Himmel regnet.

Ich war da. 
Ich war da. 

Vom großen Menschheitstraum 
bis zu seinem armseligen Abriss. 

Ich war da.
Ich war da.

Vom Lebensschrei jedes Neugeborenen 
bis zum Todesstoß jedes Elenden. 

Meine Adern sind Flüsse, 
braun und schlackig, 
mein Herz ein Vulkan 
der vernichtend schwelt,
meine Synapsen sind die schnellen Straßen,
an deren Rändern sich das Rotwild quält

meine Häute sind Mauern, 
meine Häute sind viele, 
meine Krone von Sternen 
und von Stacheldraht. 

Ich war da. 
Ich war da. 

Mein Schoß ist der Nutzen. 
Meine Kinder sind Sklaven. 
Sie dienen nur dem einem Ziel: 

Der Rettung der Menschheit. 
Der Rettung der Menschheit. 
Der Rettung der Menschheit. 
Um den Preis ihrer Vernichtung. 

Ich bin da. 
Ich bin da. 

Ich bin Europa.

Beteiligte

© Peter van Heesen

MIT Der Cora Frost und die schlangenknaben (Carla Wierer, Jakob*, Viola Schmitzer) sowie an der Bar Marcus Holst, Vanda Hehr und Jonathan Ehlers                                         

TEXT / REGIE Laura Laabs KOMPOSITION / MUSIKALISCHE LEITUNG Leo Solter  DRAMATURGIE Dennis Depta KOSTÜMBILD Sophie Peters BÜHNENBILD Dominik Kremerskothen VIDEO Carlos Vásquez REGIE- / PRODUKTIONSASSISTENZ Cara Freitag / Oskar Winniarski

TECHNISCHE PRODUKTIONSLEITUNG Sylvain Faye, Gregor von Glinski TON Michael Tuttle, Klim Losovsky LICHT Jens Tuch ABENDTECHNIK TON Michael Tuttle, Klim Losovsky ABENDTECHNIK LICHT Ralf Arndt,  Jens Tuch BÜHNENBAU Gregor von Glinski, Marc Schulze, Rui Wegener, Ralf Mauelshagen, Pet Bartl-Zuba, Anne Wundrak, Zora Hünermann VIDEOTECHNIK Torsten Litschko KOSTÜMABTEILUNG Kathy Tomkins (Leitung), Christina Kämper , Julie Springer MASKE Anne-Claire Meyer Ausstattungsassistenz Elena Gorlatova ABENDSPIELLEITUNG Sophie Reavley, Regina Triebel LEITUNG ABENDSERVICE Vanda Hehr

Biografien

Der Cora Frost / Cora Peter Frost

© Peter van Heesen

Der Cora Frost / Cora Peter Frost tourt als Singer-Songwriter und gründete neben seinen Engagements als Regisseur*in, Sänger, und Schauspieler u.a. in Sophiensälen, Ballhaus Ost, Martin Gropius Bau,  Pina Bausch, Kresnik und bei Theater Thikwa verschiedene Gruppen und Bands. Seit 2004 arbeitet er verstärkt für das anarchistische Puppentheater das Helmi, die Punkoperngruppe Glanz & Krawall, die internationale Performance Gruppe La Fleur; er schreibt eigene Stücke, Lieder, Performances, und arbeitet als Sänger/in. Er arbeitete mit den Filmregisseuren Rudolf Thome, Christian Frosch und Uli Decker. Für letztere schrieb er auch Filmmusik. Seine letzten Arbeiten waren die Inszenierung seines Theaterstücks Die Bucht der dicken Kinder in den Berliner Sophiensaelen, Männer in Garagen, ein Festival in Garagenhöfen in Pankow und Riesenhaft, eine Produktion des Theaters Hora, dem Puppentheater Helmi und dem Züricher Schauspielhaus in Zürich, 2024 eingeladen zum Berliner Theatertreffen (Regie und Spiel); Barbarilla im TD Berlin.

Musik: als Peter Frost & Band mit love me- sexmuxic, Zucker&Butter Band, und  eine immersive ElseLaskerSchüler- Transformation in der bjv .

Die Süddeutsche Zeitung schrieb: „Cora Frost prägte das München der Achtzigerjahre durch Auftritte in Clubs und Bars. Sie/er war schon queer, als der Begriff hierzulande noch unbekannt war“. Cora Peter Frost ist nicht interessiert an Kunstraum, die Straße sollte immer auf die Bühne geholt werden, das Leben! Als Zeichen dafür trug Cora Peter anfangs in seinen Programmen meist ein Pflaster auf der Stirn. Seine Arbeit hat sich mit der Zeit eher ins schamanenhafte immersive entwickelt.

DIe Schlangenknaben

© Shai Levi

Queerfeministische Konzertperformance.
ein Gesamtkunstwerk aus Kostüm, Musik,
Diskurs: Das sind die schlangenknaben.

Elektronische Opernmusik. Schumann, Purcell und schwäbische Volksweisen mit Bumms-Glitzer-Rhythmen. Knabe und Schlange in Einem. Dreckige Hochkultur. Genre- und genderoffen und sich selbst für nichts zu schade.

Zarte Glocken, dicke Eier, Mozarts Busenfreunde.
Krawall im Reigen der Jahrhunderte. Wir bringen die Knaben in den Club, rennen über verbrannte Erde und holen die Schlangen aus dem Unterholz. Wir pflegen einen guten Ton und unsere Schamfrisur.

Carla Wierer

© Shai Levy

Carla Wierer ist Schauspielerin, Musikerin und Produzentin von Theater- und Performanceprojekten.

 In ihren Projekten verknüpft sie gesellschaftliche Fragen mit künstlerischen Experimenten und schafft Räume für Austausch, Reflexion, gemeinsames Denken und Erleben. Dabei untersucht sie historische Kontinuitäten und ihre Auswirkungen auf gegenwärtige gesellschaftliche Entwicklungen und verbindet lokale Perspektiven mit globalen Fragestellungen. Meist entstehen ihre Arbeiten in kollektiven Prozessen. Carla produziert Musik für Tanz- und Theaterstücke und tritt mit dem Post Apocalyptic Café Orchestra auf. Ein wichtiger Teil ihrer künstlerischen Praxis ist das Musik- und Performancekollektiv Die Schlangenknaben. Mit ihrem Musikprojekt Carla Brunndorf erschien 2025 das Debütalbum Trink aus, mein Schatz.

Viola Schmitzer

Viola Maria Schmitzer arbeitet als Performerin, Hornistin und Projektleiterin an den Schnittstellen von Musiktheater, Körper und Raum. Ihre künstlerische Praxis verbindet Klang, Bewegung und Szene und hinterfragt klassische Aufführungssituationen. Geprägt durch ihre Arbeit im Stegreif Orchester entwickelt sie Formate zwischen Konzert und Intervention, die auf unmittelbare Begegnung mit dem Publikum zielen. In ihrer Vermittlungsarbeit initiiert sie partizipative Projekte für unterschiedliche Zielgruppen. Zuletzt realisierte sie mit Wunderwald an der BluBoks ein Musiktheaterprojekt mit 70 Kindern, das künstlerische und soziale Räume miteinander verschränkt.

Jakob*

© Shai Levi

Jakob*, Berliner Performer*in, sucht das Unkontrollierbare, scheitert gerne und fragt, wer eigentlich eingeladen ist mitzumachen.

Zusammen mit dem queerfeministischen Performancekollektiv Die Schlangenknaben eignet sich Jakob* Räume und Repertoire an – dreckige Hochkultur, lustvoll auf männlich dominierter Kulturgeschichte reitend. 2022 erschien das Album „so haarig”, mit dem „Flötenzauber – eine Sabotage zart nach Mozart” waren sie u.a. beim berlin is not., dem Hygiene Museum Dresden und dem at.tension Festival zu sehen. 

Mit der Compagnie Jakob* & Schleiff entstehen partizipative Arbeiten zu Sexualität und Identität für junges Publikum, u.a. am Theater im Delphi Berlin und beim B.A.L.L. des Fonds Darstellende Künste.

Laura Laabs | Text, Regie

© Maximilian Gödecke

Laura Laabs ist freie Regisseurin und Autorin. Sie wurde 1985 in Ost-Berlin geboren, studierte Politik und Filmwissenschaft und anschließend Regie an der „Filmuniversität Konrad Wolf“. Nach dem Diplom folgte dort ein Meisterschüler-Studium bei Andreas Kleinert.

In ihrem ersten Film ENKEL DER GESCHICHTE porträtierte sie ihre Großmutter Sybille Gerstner. Der Film lief unter anderem im internationalen Wettbewerb des Festivals Visions du Réel in Nyon und wurde dort mit dem Award „Most Innovative Short Film“ ausgezeichnet.

Ihr Spielfilm ROTE STERNE ÜBERM FELD lief 2025 zunächst auf vielen Festivals und startete anschließend im Kino. Er wurde mit diversen Preisen ausgezeichnet, unter anderem dem Max Ophüls Kritiker-Preis und dem Preis der Deutschen Filmkritik.

Laabs realisierte mehrere Kurzfilme und Musikvideos. Sie ist auch als Hörspielregisseurin tätig und setzte unter anderem die 13-teilige Hörspielserie Mädchen, Frau, etc um, für die sie 2025 mit dem Robert Geisendörfer Preis ausgezeichnet wurde.

Sie arbeitet als Autorin an Drehbüchern, Stoffentwicklungen sowie eigenen Prosatexten. Im Juni 2025 las sie beim Ingeborg Bachmann Wettbewerb in Klagenfurt. Ihr Roman-Debüt ADLERGESTELL erschien im August 2025 im Tropen Verlag.

Laura Laabs ist Mitbegründerin des feministischen Kollektivs r.O.k.s. und wurde u.a. für das Mentoring-Programm Into the Wild und das Villa Serpentara Stipendium 2026 der Jungen Akademie der Künste ausgewählt. LAST EXIT EUROPA ist ihre erste Bühnenarbeit.

Laabs lebt in Berlin und Bad Kleinen

Leo Solter | Komposition, musikalische Leitung

© Andreas Altenhof

Der Komponist und Schauspieler Leo Solter ist gebürtiger Berliner. Seine ersten Tonträger, vornehmlich im Bereich der elektronischen Clubmusik veröffentlichte er im Alter von 16 Jahren. Seit seinem 19. Lebensjahr komponierte Leo Solter diverse Bühnenmusiken an verschiedenen Theatern, so z.B. am Deutschen Theater Berlin, Meininger Stadttheater, Theater Ulm und am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin.
Außerdem schuf er die Musik für den Spielfilm Lange Nacht, den Stummfilm Der Andere,
sowie diverse Kurzfilme.
Er ist Mitglied und Leiter der Band 21 Downbeat, einer inklusiven Band des RambaZamba Theaters (RZt) für das er auch diverse Bühnenmusiken komponierte.
Im Rahmen der Reihe Hi Freaks und in Auftragsproduktionen des RZt für das Popkulturfestival, arbeitete er u.a. mit Nicola Rost (Laing), Andreas Spechtl, Jens Friebe, T.Raumschmiere und Tanga Elektra zusammen.

Zusammen mit dem Berliner Rapper und Sänger Romano komponierte und performte er 2019 eine moderne Interpretation von Wagners Tannhäuser für das Festival Berlin is not am Ring.
Er ist Teil diverser musikalischer Projekte, so des Duos Resident Kafka, der Band Kein Zweiter und
des Trios LeJuKa.
Mit der Lyrikerin und Sängerin Miss Tigra bildet es das Projekt Tigra & Leo.

Leo Solters Kompositionen entstehen teilweise unter Einsatz von selbst gebauten elektroakustischen Klangerzeugern, Effektgeräten und Manualen.

Dominik Kremerskothen | Bühne

Obwohl in Hamburg geboren, lebt und arbeitet Dominik Kremerskothen sehr gerne in Berlin. Er hat Architektur in London (AA) und München (TU) studiert. An der AA arbeitete er an der Konstruktion Das schönsten Haus der Welt, an TU versuchte Konstruktion zu gestalten. Nach dem Studium arbeitete er an diversen Bauprojekten in Deutschland und England, unterreichtete ein wenig und war in London Mitherausgeber der architektonischen Produktion sexymachinery. Er liebt alles, was gut erzählt ist und glaubt, dass in Gefühlen Ideen stecken.

2005 entdeckte Dominik Licht und Zeit – als Baumaterial. Ab da half er, Worte zu Welten werden zu lassen; seit 2009 hauptsächlich als Production Designer.

Sophie peters | Kostüm

Sophie Peters, Kostümbildnerin aus Berlin. Sie studierte, nach einer praktischen Ausbildung, Kostümbild an der Universität der Künste Berlin. Seit 2018 arbeitet sie als freischaffende Kostümbildnerin für Theater und Film. Zunächst hauptsächlich am Theater, unter anderem am Theater Bonn, der Neuköllner Oper, dem Staatstheater Meiningen, dem Hessischem Staatstheater Wiesbaden. Seit 2021 arbeitet sie vermehrt im Filmbereich, unter anderem für die Kinofilme The Ordinaries (Regie: Sophie Linnenbaum), Rote Sterne überm Feld (Regie: Laura Laab), Mit der Faust in die Welt schlagen (Regie: Constanze Klaue), Danke für Nichts (Regie: Stella Markert).

Carlos Vásques | Video

© Ludwig Hagelstein

Nachdem ich etwa fünfzehn Jahre in Berlin gelebt und gearbeitet habe, war ich als Kameramann in verschiedenen Produktionen tätig – von klassischer Fiktion bis hin zu experimentellen Filmen. Mein Interesse liegt darin, über die bloße Erzeugung visuell ansprechender Bilder hinauszugehen und mit unkonventionellen Filmtechniken sowie analogen Formen zu experimentieren.

Ich habe mit Künstler:innen und Regisseur:innen wie Ann Oren, Pablo González, C.S. Prince, Laura Laabs sowie León & Cosiña, unter anderem, zusammengearbeitet.

Diese Projekte liefen in Kinos oder wurden auf bedeutenden Festivals wie der Berlinale, Sundance, Rotterdam, FICCI, Black Maria oder NY Underground gezeigt, wo sie wichtige Auszeichnungen und Preise erhalten haben.

Dennis Depta | Dramaturgie

Ein Portrait von Dennis Depta. Er trägt ein glänzendes Hemd mit Tiger-Muster und spielt an einem Kickertisch in Miniaturformat. Sein Blick ist abgewandt, er hat einen lächelnden Ausdruck im Gesicht.
© Peter van Heesen

Dennis Depta, 1988 in Cottbus geboren, ist Dramaturg, Performer und Musiker. Mit der Berliner (Musik)-Theatergruppe glanz&krawall sucht er seit 2014 unbekümmert die Konfrontation mit dem Rest der Gesellschaft– von der Hochkultur der Oper bis zur poetischen Verlorenheit eines Alleinunterhalters in der Dorfdisko. Dafür holt er mit Regisseurin Marielle Sterra Formate der Populärkultur wie Wrestling, Circus, Punkkonzerte oder Trabrennen ins Theater und bringen das Theater vermehrt in den Stadtraum, z.B. in Clubs, Strandbäder oder Psychiatrien. Seit 2019 initiieren Depta und Sterra die inklusive Theater- und Musik-Festivalreihe BERLIN is not…, für die Musikacts und Gruppen der Darstellenden Künste gleichermaßen Opern von Richard Wagner & CoKG für ein breites Publikum bearbeiten. Seit der Spielzeit 2025/2026 ist Depta Dramaturg an der Neuköllner Oper, Berlin. Er ist Gitarrist der Bands SCHROTTI STAR ORCHESTER und KANAL. Depta glaubt, dass Kunst von Wollen und nicht von Können kommt.

Cara Freitag | Regie- und Produktionsassistenz

© Kathrin Grzeschniok

Cara Freitag, geboren in Mainz, hospitierte und assistierte nach ihrem Abitur 2016 an der Oper Wuppertal. Anschließend studierte sie Theaterwissenschaft und Philosophie in Berlin und arbeitete währenddessen unter anderem in der Freien Szene im Bereich Regie und Ausstattung. Es folgten verschiedene Gast-Assistenzen, unter anderem in Dresden, Wuppertal und Luzern. An der Neuköllner Oper begleitet sie nun mit LAST EXIT EUROPA die sechste Produktion als Regieassistenz und Produktionsleitung.

Monogram Neuköllner Oper