Ist die Welt auch noch so schön

Eine Einsamkeitsstudie von Ulrike Schwab und Juliane Stadelmann mit Musik aus Paul Linckes Frau Luna , neu als Hörstück eingerichtet

Herr K. ist gestorben. Keiner hat es mitbekommen. Wochenlang lag er tot in seiner Wohnung. Niemand nahm Notiz davon, niemand der ihn vermisst hätte. Bis der Gestank der Verwesung durch die Flure zog.
Keiner der Nachbarn kannte seinen Vornamen. Niemand wusste mehr von ihm, als was das flüchtige Grüßen im Vorübergehen über einen Menschen erzählt. Das und die Musik, die er hörte. Recht laut – wohl wegen der schon taub gewordenen Ohren. Operettenmusik. Nach dem unbemerkten Tod des Alten geistert sie durch die Flure des Mietshauses, die Köpfe seiner Bewohner und löst Fragen aus. Über unser Zusammenleben, die Anonymität der Großstadt, verpasste Begegnungen, unerfüllte Träume. Diese Musik, die sie die letzten Jahre nur wie eigenartige, unpassende Ohrwürmer begleitet hat, scheint die fünf Protagonisten nun zu verbinden. Ohne dass sie so recht wüssten, woher diese Melodien eigentlich kommen oder wovon sie erzählen. Wie ihre Mitmenschen. Das ist die Berliner Luft.

Wer hätte gedacht, dass dieses feine, leise Stück über die Einsamkeit von fünf Mietshaus-Bewohner*innen – uraufgeführt im Sommer 2019 – einmal eine solche Relevanz bekommen würde wie heute, nach Monaten von Lockdown-Erfahrungen?

Und wer hat voraussehen können, damals, als wir die Wiederaufnahme verabredeten, dass wir es nicht auf unserer Bühne würden zeigen können, wohlgemerkt unter Einhaltung aller bekannten Sicherheits- und Hygienemaßnahmen? Erneute Lockdowns haben uns bewegt, nach einer anderen Form zu suchen, um Ihnen die vielbeachtete Inszenierung doch noch anbieten zu können.

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Mit: Angela Braun, Martin Gerke, Jörg Daniel Heinzmann, Maja Lange, Vera Pulido

Text: Juliane Stadelmann
Idee/Fassung/Regie: Ulrike Schwab
Arrangement: Misha Cvijovic
Bühne/Kostüm Bühnenfassung: Jule Saworski
Musikalische Leitung/Einstudierung: Jörg Daniel Heinzmann
Sounddesign: Vera Pulido
Dramaturgie: Marion Meyer

Hörspielbearbeitung: Ulrike Schwab, Juliane Stadelmann

Produktion: Thomas Güthaus
Tonmeister: Malte Bogner, Joshua Park
Regieassistenz/Produktionsleitung: Anna Pechtl

Eine Produktion der Neuköllner Oper


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Foto: © Matthias Heyde