Wunderkammer III: Pilze

Warum wir keine Individuen sind

Im herbstlichen Prinzessinnengarten begegnen wir faszinierenden Lebewesen. Sie lassen uns staunen, singen und die Welt anders sehen. Was auch immer Sie über Pilze dachten: Pilze und Menschen sind ein untrennbares Team. Sie sind überall, in, um und zwischen uns. Sie halten uns am Leben, bauen Schadstoffe in der Atmosphäre ab, verändern das Verhalten von Tieren und Pflanzen und beeinflussen, wie wir Menschen fühlen und denken. Und: Pilze und vor allem Myzelien, ihr unterirdisches Geflecht aus fadenförmigen Ausläufern, zeigen faszinierende Muster von Intelligenz, Kommunikation und Organisation – auch, dass wir keine Individuen im klassischen Wortsinn sind. Inspirationen zur Bewältigung der Herausforderungen unserer Zeit?

Aber Pilzstrukturen haben auch vieles mit Musik zu tun. Eine vielstimmige Musik – Polyphonie – ist dabei so etwas wie ein Spiegel, eine Erfahrung der Netzwerke und Labyrinthe der Pilze im Hörbaren. So hören wir an diesem Abend polyphone Musik u.a. von Monteverdi, Bach und Piazzolla, und werden selbst singen – eine Erfahrung von Welt in ihrem sinnlich hörbaren Abbild. Musik verbindet, wie Mikroorganismen und Pilzstrukturen Menschen, Tiere und Pflanzen verbinden.

Mit der Pilz-Expertin, Mikrobiologin und Künstlerin Vera Meyer, dem Fachmann für Schwarm- und andere Organisationsformen Jens Krause und Musiker*innen begeben wir uns auf eine Reise durch Gärten, Kiezkapelle und Friedhof, werden selbst Teil von Strukturen und einer Musik, die über einfache Kanons bis zu komplexer Polyphonie sinnliche Widerspiegelungen des Erlebten ist.

Mit Prof. Dr. Vera Meyer, Mikrobiologin (TU Berlin), Prof. Dr. Jens Krause (HU Berlin) und den Musiker*innen Markus Syperek (Musikalische Leitung), Leonardo von Papp (Schlagwerk), Hrund Ósk Árnadóttir (Gesang) mit Musik von Monteverdi bis Gegenwart.

Konzeption und Moderation: Bernhard Glocksin
Konzeption und Bühnenbild: Sabrina Rossetto
Videoanimation: Vittorio Biscaro

Eine Veranstaltung im Rahmen der WUNDERKAMMER-Reihe. In Kooperation mit der

 

 

 

Die Veranstaltung findet in den Prinzessinnengärten und der Kiezkapelle auf dem Neuen St. Jacobi-Friedhof statt (Hermannstraße 99-105, 12051 Berlin | S+U Hermannstraße).
Bei schlechtem Wetter findet der Abend vollständig in der Kiezkapelle statt.

Die Vorstellung am 9.9 wird zu Dokumentationszwecken filmisch aufgezeichnet. Hinweise zum Datenschutz finden Sie hier. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Trailer
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ÜBER DIE BETEILIGTEN

© Martin Weinhold

Vera Meyer
ist Biotechnologin und Professorin an der Technischen Universität Berlin und leitet dort das Fachgebiet für Angewandte und Molekulare Mikrobiologie. In ihrer wissenschaftlichen Forschung mit Pilzen kombiniert sie Methoden aus dem Feld der synthetischen Biologie und der Systembiologie, um Medikamente, Proteine, Plattformchemikalien und neuerdings auch Baustoffe aus Pilzen im Sinne einer nachhaltigen Bioökonomie produzieren zu können.  Zudem ist Vera Meyer als Künstlerin unter dem Pseudonym V. meer aktiv. In ihren künsterlerischen Arbeiten übersetzt sie das Verwandlungs- und Stoffwechselpotential ihrer Forschungsobjekte in Pilzskulpturen, deren philosophischer Ton subtil aber unüberhörbar ist: nichts verschwindet in der Natur, alles ist Transformation.

© Andy Küchenmeister

Jens Krause
Nach einem Diplomstudium an der Freien Universität Berlin und einer Doktorarbeit an der Universität in Cambridge, folgten mehrjährige Forschungsaufenthalte an der Mount Allison University in Kanada und an der Princeton University in den USA bevor Jens Krause eine Professur an der Leeds University in England übernahm. Seit 2009 ist Jens Krause ist Professor für Fischökologie an der Humboldt-Universität zu Berlin und am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei. Seit 2014 ist er Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

© Fabian Boehle

Markus Syperek
studierte Dirigieren, Klavier und Gesang in Lübeck und Karlsruhe. 2003-2006 war er als Solorepetitor und Kapellmeister am Volkstheater Rostock tätig mit zahlreichen Einstudierungen im Musiktheater, Dirigaten im Konzert- und Opernbereich. Seit 2006 arbeitete er u. a. in Berlin, Baden-Baden, Rostock, Hamburg und Kiel sowie bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern und dem Festival Europäische Wochen Passau. Von ihm musikalisch geleitete Produktionen der letzten Jahre waren u. a. die deutsche Erstaufführung von 13 – A NEW MUSICAL, DER KLEINE HORRORLADEN, HEUTE ABEND: LOLA BLAU, THE LAST FIVE YEARS, DIE FLEDERMAUS, HÄNSEL UND GRETEL und zuletzt an der Neuköllner Oper WOLFSKINDER und DIE FLEISCH. Seine Konzerttätigkeit als Solopianist, Kammermusiker und Liedbegleiter führt ihn auf zahlreiche internationale Bühnen. Auch spielt er regelmäßig als Pianist für das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, den Rundfunkchor Berlin und die Berliner Philharmoniker. Markus Syperek war als Musikalischer Leiter der Brüder Grimm Festspiele Hanau von 2014 bis 2018 für sämtliche musikalische Produktionen des Festivals zuständig. Außerdem hat er seit 2018 einen Lehrauftrag im Fach Klassischer Gesang an der UdK Berlin und ist als Komponist und Arrangeur für diverse Theater und Musikverlage tätig.

© Privat

Hrund Ósk Árnadóttir
Die isländische Sopranistin begann ihr Studium 2009 an der Reykjavík Akademie der Gesangs- und Vokalkünste. 2014 schloss sie ihr Master-Studium an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« Berlin ab, wo sie in der Klasse von Prof. Janet Williams studierte. Sie war u.a. 2013 in einer Bühnenversion von Gustav Mahlers Kindertotenlieder unter der Regie von Julia Lwowski im HAU Berlin zu sehen. An der neuköllner oper debütierte sie im Januar 2016 in der Uraufführung der Oper Das schwarze Wasser von Vivan und Ketan Bhatti. Im Oktober 2016 war sie erneut an der Neuköllner zu erleben mit ihrem Tosca-Debut (Tosca G8) sowie 2017 als Rosalinde in Die Fledermaus. Die Sopranistin verfügt über ein breit gefächertes Repertoire, vom Barock bis hin zu zeitgenössischen Epochen, welches Rollen wie Cleopatra in Händels Giulio Cesare, die Gräfin in Mozarts Le Nozze di Figaro und Fiordiligi in Così fan tutte, Lucia in Donizettis Lucia di Lammemoor, Liu in Puccinis Turandot und Violetta in Verdis La Traviata umfasst. Neben ihrer darstellerischen Praxis ist die in Berlin lebende Sängerin seit mehreren Jahren auch als Gesangslehrerin und Vocal Coach tätig.

 

© Benjamin Schwenen

Leonardo von Papp
Freiberuflicher Schlagzeuger/Percussionst/Rec.Engineer. Geboren in Brasilia, aufgewachsen in Brasilien und Deutschland. Studium klassisches Schlagzeug an der Hochschule für Musik in Würzburg. Stipendium und Studium Drum Set am renommierten Berklee College of Music in Boston (USA). Wohnhaft in Berlin und als freiberuflicher Schlagzeuger, Percussionist und Recording Engineer im Bereich Studio – Theater/Musicals/Orchester – Bands tätig in ganz Deutschland tätig.

 

 

 


Bitte beachten Sie beim Kartenkauf und dem Veranstaltungsbesuch die Sicherheitshinweise und -vorkehrungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. 

 


Foto: © Sabrina Rossetto