Übersicht

VORSCHAU

 

KOPFKINO
Ein musikalisches Filmprojekt. Oder ein filmisches Musical. Von Peter Lund und Thomas Zaufke

Lennard ist 18 und kann sich nicht entscheiden. Aber zumindest eine Sache hat er geschafft: Er ist in eine WG gezogen, zusammen mit dem tiefenentspannten Ben und der durchgeknallten Fine. Dabei hat Lennard schon Mitbewohner genug. Zumindest im Oberstübchen.
Den Heteromacker Boris und seine weibliche Seite Helena, die vernünftige Sophia mit Lennards innerem Kind Theo, die saucoole Tess und natürlich sein gesammeltes Angstpotential Jürgen. Und alle sagen Lennard ungefragt ihre Meinung. Kein Wunder, dass Lennard so viel Zeit braucht, sich zu entscheiden. Vor allem aber wenn es darum geht, wem Lennard sein Herz schenken könnte, läuft das Kopfkino zu ganz großer Form auf. Und weder Fine noch Ben konnten ahnen, wen sie sich da in die WG geholt haben. Und vor allem, wie viele! Wiederaufnahme 29. November 2017

 

RETTE UNS, OKICHI!
Die japanische Nationaloper „Kurofune“ (Schwarze Schiffe) von Kosaku Yamada in einer Bearbeitung der Neuköllner Oper

Okichi soll sie alle retten: die moderne Regierung, das alte Kaiserreich und überhaupt ganz Japan. Dabei hat das Mädchen weder Lust, dem amerikanischen Konsul als Geisha zu dienen – so will es die Regierung –, noch Interesse, den Fremden durch einen Dolchstoß zu beseitigen, wie es der kaisertreue Samurai Yoshida verlangt. Was tun?
Kurofune (“Schwarze Schiffe”), geschrieben von dem Max Bruchs Kompositionsschüler Kosaku Yamada (1886 -1965), gilt als die erste große Nationaloper im modernen Japan, uraufgeführt 1940 in Tokyo.Wiederaufnahme am 7. November.

 

WOLFSKINDER
Musiktheater für Erwachsene nach Humperdincks Hänsel und Gretel

Sie wissen den Weg nicht mehr. Die Eltern sind fort und ihr Zuhause liegt in Trümmern. Heimat existiert nur noch in der Erinnerung. Geblieben sind Märchen und Lieder, die das Vergangene aufleben lassen und ein Gefühl von Geborgenheit am Leben erhalten. Sie kamen an ein Häuschen, von Pfefferkuchen fein. Für einen Moment sind Angst und Hoffnungslosigkeit vergessen – und dass das kleine Haus gar nicht ihres ist. Es war so finster und auch so bitter kalt. Der Musiktheaterabend Wolfskinder verknüpft Humperdincks Oper Hänsel und Gretel mit der Geschichte von heimat- und elternlos gewordenen Kindern, die nach dem Zweiten Weltkrieg in den Wäldern Ostpreußens und Litauens umherirren – auf der Flucht vor Hunger, auf der Suche nach Identität – und erst nach Jahrzehnten ein neues Zuhause finden. Ab 25. Januar 2018

 

OCAÑA, KÖNIGIN DER RAMBLAS
Eine Hommage von Marc Rosich und Marc Sambola

Er stand für ein modernes, tolerantes Spanien: Ocaña, legendärer Künstler und gefeierte Dragqueen auf den Ramblas von Barcelona. Ein katalanisches Team um Marc Rosich spürt seinem Leben und Liedern nach und damit auch dem Wandel Spaniens/Kataloniens in diesen Tagen. Uraufführung 15. Februar 2018

 

WELCOME TO HELL
ein Musical von Peter Michael von der Nahmer und Peter Lund

Die Welt zu Gast in Hamburg. Könnte so schön sein – wenn’s nicht ausgerechnet der G20- Gipfel wäre.
Zwölf Menschen und eine Woche Straßenkampf: Von der Supermarktkassiererin bis zum Polit-Referenten auf Abwegen, von der Demonstrantin mit dem zu großen Herzen bis zum traumatisierten Kontaktbereichsbeamten kriegen alle ihr Fett weg und mehr als nur ein paar Schaufensterscheiben sind am Ende zu Bruch gegangen. Die neueste Koproduktion des Studiengangs Musical mit der Neuköllner Oper hat sich diesmal direkt bei den Nachrichten bedient. Und bei dem, was in den Nachrichten nicht gesagt wird. Uraufführung 15. März 2018

RÜCKBLICK

 

La BETTLEROPERa
Ein Großstadtcomic nach John Gay ’s »The Beggar’s Opera«
Musik, Lyrics: Moritz Eggert.
Von Balletto Civile (I), Neuköllner Oper und Freiraum Syndikat

Gays Masterpiece des ironisch-zeitkritischen Musiktheaters schlüpf in neue Kleider, Töne und Sprachen. Zehn deutsche und italienische Darsteller-Tänzer-Sänger und die Musiker des Freiraum Syndikats treffen in einer so körperlich-dynamischen wie emotional-poetischen Neufassung aufeinander. Sie erzählen, singen und vor allem „bewegen“ ihre Sicht auf die alte, nein zeitlose Geschichte von Oben und Unten, Liebe und Verrat, Geld und Trieb.
Eine neue Zusammenarbeit von Neuköllner Oper Berlin mit der international gefeierten, Grenzen- und Genres übergreifende TanzTheater-Kompagnie Balletto Civile und dem Komponisten Moritz Eggert („Bordellballade“). Uraufführung 19. Oktober 2017

 

FUCK THE FACTS
Musiktheater von Anna Catherin Loll, Georg Friedrich Händel, Mario Simon, Bijan Azadian, Yuko Matsuyama und Christian Römer

Willkommen im Zeitalter der Selbstermächtigung. Einfach den Rechner anschalten und twittern, posten und trollen was das Zeug hält. Self-entitlement worldwide, das galt für die Virtual Spaceriders des Artischocken-Kultes schon immer. Motto: Make Internet great again! Aber was passiert, wenn die Artischocken sich gegenseitig an die Gurgel gehen? Um einen Wald in ein Häuflein Asche zu verwandeln braucht es nur eine Zigarette. Um das Internet brennen zu lassen braucht es nur einen tweet. Ob Fake, ob Fakt oder Fiktion? Egal, ICH habe gesprochen. ICH brauche keine Gegenrede, ICH bin schon Demokrat. Fuck the facts, you`re not my Dad! Unsere fiktive Geschichte spielt (auch) mitten in Berlin.

Informiert durch einen wahren Fall zwischen messianischer Heilserwartung und tribal justice im Global Village. Wir fragen: Wer spricht eigentlich da draußen im privatisierten Internet-Gericht? Wer sind die selbsternannten Cyber-Sheriffs? Und warum haben sie uns ein großes Holzpferd mitgebracht? Uraufführung 13. September 2017.

 

STELLA.
Das blonde Gespenst vom Kurfürstendamm von Wolfgang Böhmer (Musik) und Peter Lund (Text)

Stella Goldschlag war die wohl berühmteste »Greiferin« – Berliner Juden, die für die Gestapo gearbeitet haben bzw. arbeiten mussten. Das Wagnis des Autorenduos Lund/Böhmer, darüber ein Musical zu schreiben, wurde mit dem Deutschen Musical Theater Preis 2016 in sechs Kategorien ausgezeichnet und von der Presse als »virtuos, pointiert, gekonnt und heutig« gelobt.
Wiederaufnahme 31. August 2017.

 

GRIMM! Die wahre Geschichte von Rotkäppchen und ihrem Wolf
von Peter Lund und Thomas Zaufke

Drei berühmte und viele weniger bekannte Märchen standen Pate bei dieser neuen Fabel, die die ewige Geschichte von guten und bösen Völkern für heute neu interpretiert. Denn mal ehrlich: Wer ist heute eigentlich der Böse? Oder umgekehrt: Wer ist es nicht? Das Erfolgsmusical von Peter Lund und Thomas Zaufke (2fach prämiert beim Deutschen Musical Theater Preis 2015) ist wieder zu sehen innerhalb des SOFA: Sommerfestival im Admiralspalast. Wiederaufnahme 14. Juli 2017.

 

DER SCHUSS 2.6.1967
Musiktheater von Arash Safaian (Musik) und Bernhard Glocksin (Text) Neuköllner Oper Berlin und Ensemble Adapter
Inszenierung und Textbearbeitung: Fabian Gerhardt

2. Juni 1967. Anti-Schah-Demo vor der Deutschen Oper Berlin. Die Stadt ist in Aufruhr. Ein Paar im Tumult. Er trägt ein Transparent, sie ein Kind im Bauch. Er will noch – „nur kurz“ – nach den Anderen schauen, sie geht nach Hause, in Sicherheit. Und wartet eine Nacht lang auf ihren Mann. In dieser endlosen ungewissen Nacht wird ihr Kopf zur Bühne einer ganzen Epoche, Stars wie Unbekannte der Kämpfe treten wie Geister aus dem Limbus der Zeit und werfen ein surreales Licht auf ihr kommendes Schicksal und die Zukunft eines ganzen Landes.
Der Schuss, der Benno Ohnesorg in dieser Nacht tötet, verändert alles. Dieser Schuss ging durch tausende Köpfe.
Wo stehen wir heute? Musste Benno Ohnesorg sterben, damit sich ein erstarrtes Land erneuern konnte? Uraufführung 2. Juni 2017

 

HAPPINESS UNLIMITED.
Ein inklusives Ritual mit dem Project Wildeman

Kurz nach Walpurgisnacht eröffnen wir einen Kult-Raum für Lebenshungrige und Erfahrungsoffene, in dem jeder einzelne für sich entscheiden kann, wie aktiv oder reaktiv, zentral oder am Rand er sein möchte. Mit dem Project Wildeman hatten wir ein Expertenteam aus Amsterdam eingeladen: vier junge Musiktheatermacher, bekannt für ihre energievollen, physisch anspruchsvollen musikalischen Darbietungen. Sie verbinden elektronische Musik mit afrikanischer Perkussion, Lyrik mit Wortgefechten, wilde Ritualtänze mit statischen Soundscapes, Rhythmus, Trance und körperliche Aufzehrung. Uraufführung 3. Mai 2017.

 

Die Fledermaus
Nach Johann Strauss in einer Fassung von Julia Lwowski, Yassu Yabara und Tobias Schwencke.

Eisenstein muss ins Gefängnis, will sich aber vorher ohne seine Frau Rosalinde auf der Orgie des Prinz Orlofsky austoben. Als Rosalindes Liebhaber an Stelle Eisensteins verhaftet wird, folgt auch sie der Einladung des Familienfreundes und S/M-Künstlers Falke zu Orlofsky. Sogar die Kammerzofe Adele darf unter einem schlechten Vorwand zu dem Fest, bei dem alle alles erfahren werden. Das macht aber nicht viel, denn der Champagner war sowieso an allem Schuld und das Gefängnis ist ein fideles. Strauss‘ lustige Fledermaus ist ein schillernder Reigen an überholten Konventionen, geschmacklosen Lügen und unseren Versuchen, sie zu umgehen. Jeder betrügt jeden und das Geheimnis der Erotik wird konsequent durch häusliche Gewalt und patriarchalen Sadismus zerstört.]Auch das wundersame Happy End kann über die vielen verzweifelten Lustmaschinen dieser Operette nicht hinwegtäuschen. Die pornografische Lust kennt keine Erschöpfung, kein Ende. Wir auch nicht. Nach eindrücklichen Inszenierungen von Schwindel, Macbeth und Elektra widmet sich die Regisseurin Julia Lwowski mit ihrer internationalen Randgruppe und dem Trio Laccasax nun dem Klassiker der Schönen Lüste – Eintritt garantiert ab 18. Erstaufführung 26. Januar 2017.