Übersicht

VORSCHAU

 

STELLA.
Das blonde Gespenst vom Kurfürstendamm
von Wolfgang Böhmer (Musik) und Peter Lund (Text) | mit englischen Untertiteln

Stella Goldschlag war die wohl berühmteste »Greiferin« – Berliner Juden, die für die Gestapo gearbeitet haben bzw. arbeiten mussten. Das Wagnis des Autorenduos Lund/Böhmer, darüber ein Musical zu schreiben, wurde mit dem Deutschen Musical Theater Preis 2016 in sechs Kategorien ausgezeichnet und von der Presse als »virtuos, pointiert, gekonnt und heutig« gelobt.
Wiederaufnahme ab 4. Oktober 2018

 

DER DIKTATOR
Tragische Oper in 1 Akt von Ernst Krenek (1926)
Jahre vor dem Aufmarsch der Nazis in Deutschland schreibt Krenek eine Fantasie über einen Diktator, dem niemand wirklich gewachsen scheint. 92 Jahre später fragt die junge Regisseurin Ariane Kareev nach der Aktualität dieses selten gespielten Werkes, für ihre Diplominszenierung neu eingerichtet für Klavier, Violoncello und Schlagwerk von Jörg Gollasch (Kompositionen für das Wiener Burgtheater, Hamburger Schauspielhaus u.a.). Premiere 7. November 2018

 

WELCOME TO HELL
ein Musical von Peter Michael von der Nahmer und Peter Lund

Die Welt zu Gast in Hamburg. Könnte so schön sein – wenn’s nicht ausgerechnet der G20- Gipfel wäre. Zwölf Menschen und eine Woche Straßenkampf: Von der Supermarktkassiererin bis zum Polit-Referenten auf Abwegen, von der  Demonstrantin mit dem zu großen Herzen bis zum traumatisierten Kontaktbereichsbeamten kriegen alle ihr Fett weg und mehr als nur ein paar Schaufensterscheiben sind am Ende zu Bruch gegangen…Wiederaufnahme ab 22. November 2018

 

OCAÑA, KÖNIGIN DER RAMBLAS
Eine Hommage von Marc Rosich und Marc Sambola

Er stand für ein modernes, tolerantes Spanien: Ocaña, legendärer Künstler und gefeierte Dragqueen auf den Ramblas von Barcelona. Ein katalanisches Team um Marc Rosich spürt seinem Leben und Liedern nach und damit auch dem Wandel Spaniens/Kataloniens in diesen Tagen. Wiederaufnahme 12. Dezember 2018

 

ELFIE
Musiktheater von Wolfgang Böhmer und Martin G. Berger nach »Die Freude am Leben« von Tankred Dorst/Mitarbeit Ursula Ehler

Die ganze Stadt spricht nur von Elfie. Was die sich immer herausnimmt! Ist doch Mutter und Ehefrau des unbescholtenen Gymnasiallehrers Steinheuer. Aber Elfie ist das alles zu klein, die Stadt, diese Menschen, ihr eigenes Leben. Mit ihren Provokationen stellt sie – auch heute, lange Jahre nach dem Entstehen des Textes – die Frage: wieviel EigenWillen, wieviel Freiheit vertragen wir wirklich, als Einzelne und als Gesellschaft? Mit ELFIE gedenken wir Tankred Dorst, der die deutsche Theaterlandschaft über Jahrzehnte geprägt wie nur wenige. Tankred starb im letzten Sommer, lange war er uns Freund und treuer Besucher unserer Stücke. Uraufführung 31.1.2019

 

AYAME.
Oper nach Kosaku Yamada (AT) | in englischer Sprache

Die Oper erzählt die Geschichte der jungen Ayamé, die als Weise die Schulden der Familie durch Zwangsprostitution zu tilgen versucht. Ihr Liebhaber versucht sie mit allen Mitteln aus dieser Notsituation zu befreien. Die Geschichte wird erzählt aus der Perspektive eines sogenannten Weisen. Yamadas Oper vereinigt das große spätromantische Erbe mit einigen Anklängen japanischer Musik. Premiere 21. Februar 2019

 

NEUN TAGE WACH
Musiktheater von John von Düffel, Fabian Gerhardt und Christopher Verworner/Claas Krause nach dem gleichnamigen Buch von Eric Stehfest und Michael J. Stephan | mit englischen Untertiteln

Er nannte sie Christin oder Christ’l und führte nach der ersten gescheiterten Jugendliebe eine jahrelange Beziehung mit ihr. Aufgewachsen vor den Toren Dresdens, kommt Eric Stehfest im Alter von 14 Jahren in der Neustadt mit der Partydroge Chrystal Meth in Kontakt. Seine Urgroßväter nahmen als Bomberpiloten im Zweiten Weltkrieg Amphetamine, um die Angst vor dem Töten und Getötetwerden zu verlieren. In der Grundsubstanz ist es „das gleiche Zeug“, das Eric konsumiert, um sich unbesiegbar zu fühlen, tagelang durchzufeiern, kurz: „um zu fliegen“. Die Droge stellt Erics Leben auf die Probe: Dealen, Verkehrsdelikte, Raub, eine Freiheitsstrafe auf Bewährung und die Trennung von seiner großen Liebe Anja, die das gemeinsame Kind abtreibt. Eric Stehfest gehört heute zu den Shootingstars des deutschen Fernsehens, mit 9 TAGE WACH will er über die Gefahren der Modedroge aufklären und berichtet schonungslos von der Drogenszene, dem schmerzhaften Entzug und seinem jahrelangen Doppelleben. Uraufführung 11. April 2019

 

„ist die welt auch noch so schön“ (AT)
Eine Einsamkeitsstudie von Ulrike Schwab und Juliane Stadelmann mit Musik aus Paul Linckes „Frau Luna“, neu arrangiert von Misha Cvijovic

Herr K. ist gestorben. Keiner hat es mitbekommen. Wochenlang lag er tot in seiner Wohnung. Niemand nahm Notiz davon, niemand der ihn vermisst hätte. Bis der Gestank der Verwesung durch die Flure zog. Keiner der Nachbarn kannte seinen Vornamen. Niemand wusste mehr von ihm als was das flüchtige Grüßen im Vorübergehen über einen Menschen erzählt. Das und die Musik, die er hörte. Recht laut – wohl wegen der schon taub gewordenen Ohren. Operettenmusik. Nach dem unbemerkten Tod des Alten geistert sie durch die Flure des Mietshauses, die Köpfe seiner Bewohner und löst Fragen aus. Über unser Zusammenleben, die Anonymität der Großstadt, verpasste Begegnungen, unerfüllte Träume. Diese Musik, die sie die letzten Jahre nur wie eigenartige, unpassende Ohrwürmer begleitet hat, scheint die fünf Protagonisten nun zu verbinden. Ohne dass sie so recht wüssten, woher diese Melodien eigentlich kommen oder wovon sie erzählen. Wie ihre Mitmenschen. Das ist die Berliner Luft, Luft, Luft. Uraufführung 8. Mai 2019

 

DRACHENHERZ
Musical von Wolfgang Böhmer und Peter Lund

Günnis Clique ist echt cool. Findet Günni jedenfalls. Sonst ist aber wenig cool in der mitteldeutschen Kleinstadt, wo so viele arbeitslos sind und die meisten Erziehungsberechtigten apathisch vor der Glotze sitzen. Dann kommt Fred. Fred ist anders: Er hat Ideen und was im Kopf. Mit Fred macht alles mehr Spaß. Fred ist schon bald Günnis bester Gefolgsmann in der Clique. Hannes könnte kotzen. Günnis bester Mann war doch immer Hannes. Und wenn einer das Recht hat, Günnis Schwester Jenny den Hof zu machen, dann doch wohl er! Mit einem Wort: Fred geht Hannes schwer gegen die Ehre. Ehre ist ein wichtiges Stichwort in Drachenherz, dem neuen Musical von Wolfgang Böhmer und Peter Lund. Was man tut, wie man kämpft und vor allem wofür – das sind die großen Fragen, die jeder Jugendliche an die Gesellschaft stellt und deren Beantwortung eher dürftig ausfällt. Das war bei den Nibelungen noch anders. Da wusste jeder, wofür er kämpfte. Im schlimmsten Fall für sich selber. Siegfried musste sterben, weil es damals keinen Platz gab für echte Helden. Gibt es diesen Platz heute? Oder müssen die Guten immer noch sterben, weil die Gemeinen es einfach nicht ertragen, im Geist so klein zu sein? Premiere 13. Juni 2019

 

 

RÜCKBLICK

 

DIE WEISE VON LIEBE UND TOD.
Viktor Ullmanns „Cornet Rilke“, neu gefasst von Malte Giesen und Fabian Gerhardt

Vermutlich kein anderer Text hat einer ganzen Generation junger Menschen den Wahnsinn von Krieg, Sterben und Heldentod so verklärt wie „Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke“, geschrieben 1899 von Rainer Maria Rilke in Berlin Schmargendorf – im Ersten Weltkrieg fand er sich wohl im Tornister eines jeden Soldaten. Viktor Ullmann, durch die Nazis zum Juden erklärt und deportiert, komponiert dazu in Theresienstadt 1944 ein Melodram, bevor er in Auschwitz ermordet wird. Unser Projekt präsentiert erstmals den gesamten Text von Ullmann, also auch jene unvertonten Passagen, nun in neuer Komposition von Malte Giesen. Das Original spiegelt sich in einem zeitgenössischen musikalischen und visuellen Raum, in einer Zeit, in der Todesbegeisterung eine quälend-irrsinnige Renaissance erfährt. Uraufführung 13.9.2018

 

WOLFSKINDER
Musiktheater für Erwachsene nach Humperdincks Hänsel und Gretel

„Triumph an der Neuköllner Oper“ titelte der Tagesspiegel über Ulrike Schwabs Inszenierung von Humperdincks Märchenoper Hänsel und Gretel. Umso mehr freuen wir uns, nun weitere Termine anbieten zu können mit den sieben singenden, schauspielenden und musizierenden Darstellerinnen. Für alle, die also die ausverkaufte erste Spielserie nicht sehen konnten, gibt es die Möglichkeit, ab 2. Mai Karten online zu kaufen. Für den Tagesspiegel ist klar: „Es gibt nur ein Wort, das für diesen Abend angemessen ist: Hingehen!“ Wiederaufnahme ab 30. August 2018

 

ALIVE TALK. Die Sendung die Euer Leben rettet
von Carlo Galiero und Michela Lucenti. Musik: Mauro Montalbetti

Die Stadt brennt. Seit Tagen. Wochen, vielleicht Monaten. In einem verlassenen Radiostudio betreiben ein charismatischer Entertainer und seine Freunde ein außergewöhnliches Projekt, allem Unheil zum Trotz. Denn Neros Gute-Laune-Show bietet seinem Publikum das, was es in diesen chaotischen Tagen am meisten braucht: ein gutes Gefühl. Und das kann Nero wie kein anderer. Auch wenn die Beziehung zu seiner Freundin Sara platzt und ihm sein Kumpel und Kameramann schließlich davonläuft. Denn da ist sich Nero sicher: In schwierigen Zeiten braucht es Kunst, komme was wolle. Oder anders gesagt: Well, the Show must go on! Uraufführung 17. Mai 2018

 

TAKE IT OR LEAVE IT
Zwei Preisträgerarbeiten des BERLINER OPERNPREIS 18

„Take it or leave it!“ – wie umgehen mit dem Erbe aus 400 Jahren Musiktheatergeschichte: Was kann davon übernommen werden, was eher nicht?
Das Team um Caitlin van der Maas und Tom Smith aus München thematisieren den Ariadne-Mythos – Ariadne ist Protagonistin einer der ersten Opern der Musikgeschichte. Drei Frauen sind auf einer Insel gestrandet, verlassen von ihren Männern…drei Perspektiven, Sprachen, Zeiten und musikalische Idiome vermischen und ergänzen sich und formen ein neues Lamento di Arianna.
Zsofi Gereb, Franziska vom Heede und Thierry Tidrow (Köln/Berlin) entwerfen in Prothesen der Autonomie – eine Sci-Fi Oper einen futuristisch-komödiantischen Blick auf das Jahr 2180 und auf „Reklamations- und Wartungszeiten der Gewerkschaft zur Verhinderung emotional belastender Arbeiten“. Denn zweifellos ist die gute alte Oper mit ihren leidenden Heroinen keiner modernen Sängerin zumutbar. Folglich übernimmt diese ein Roboter. Aber auch dieser hat so seine eigene Meinung und Macken…Uraufführung 23. Mai 2018

 

AFFE
Ein Trip mit den Songs von »Stadtaffe«

„Schwarz zu Blau“, das ist das Morgengrauen über Berlin in den schon legendären Textzeilen von Peter Fox über den Nachhauseweg nach einer exzessiven Partynacht durch versiffte Straßen. Für F., den Helden des Stückes, verwandelt sich das Blau des beginnenden Morgens allerdings wieder in Schwarz. Er verliert das Bewusstsein – und erwacht umgeben von Klinikweiß. „.. .. Surreale Flashbacks zwischen Realität und Fiebertraum führen ihn (und uns) in das Geschehen dieser Nacht zurück: Irgendwann verschwimmt auch für uns Zuschauer der Unterschied zwischen Traum und Realität, wir fühlen uns selbst euphorisiert wie in einer durchzechten Nacht. ..Wirksam baut Regisseur und Co-Autor Gerhardt eine eigenständige Geschichte um die großartigen Songs…Kongenial.“ (zitty).“…Tierisch gut!“ (Der Tagesspiegel). Wiederaufnahme ab 9. Juni 2018

 

ORPHEUS OPTIMAL
Eine Stückentwicklung des Jungen Ensembles der Neuköllner Oper
Text: Felix Krakau; Komposition: Yuval Halpern; Spielleitung: Björn de Wildt

Orpheus und Eurydike im besten Gewand, im schönsten Licht, herausgeputzt & zurechtgemacht: ORPHEUS OPTIMAL steht premierenbereit. Dann aber läuft alles aus dem Ruder – Darsteller springen ab, unser Orpheus singt schlecht und steht auch noch im falschen Bühnenbild. Wie sehr kann man scheitern, und warum klappt das alles nie? Mutti reicht die Scheidung ein, wir vermissen Thomas, haben Herzschmerz, gehen auf Krücken und auch die letzte Klausur schreibt sich nicht von allein. Ein Abend über große Niederlagen und kleine, Rückschläge und den Umgang mit der Trauer – wir folgen Orpheus ins Totenreich und retten, was zu retten ist. Uraufführung 14. Juni 2018

 

WELCOME TO HELL
Ein Musical von Peter Michael von der Nahmer und Peter Lund

Die Welt zu Gast in Hamburg. Könnte so schön sein – wenn’s nicht ausgerechnet der G20- Gipfel wäre. Zwölf Menschen und eine Woche Straßenkampf: Von der Supermarktkassiererin bis zum Polit-Referenten auf Abwegen, von der Demonstrantin mit dem zu großen Herzen bis zum traumatisierten Kontaktbereichsbeamten kriegen alle ihr Fett weg und mehr als nur ein paar Schaufensterscheiben sind am Ende zu Bruch gegangen. Die neueste Koproduktion des Studiengangs Musical mit der Neuköllner Oper hat sich diesmal direkt bei den Nachrichten bedient. Und bei dem, was in den Nachrichten nicht gesagt wird. Uraufführung 15. März 2018

 

OCAÑA, KÖNIGIN DER RAMBLAS
Eine Hommage von Marc Rosich und Marc Sambola

Er stand für ein modernes, tolerantes Spanien: Ocaña, legendärer Künstler und gefeierte Dragqueen auf den Ramblas von Barcelona. Ein katalanisches Team um Marc Rosich spürt seinem Leben und Liedern nach und damit auch dem Wandel Spaniens/Kataloniens in diesen Tagen. Uraufführung 15. Februar 2018

 

WOLFSKINDER
Musiktheater für Erwachsene nach Humperdincks Hänsel und Gretel

Sie wissen den Weg nicht mehr. Die Eltern sind fort und ihr Zuhause liegt in Trümmern. Heimat existiert nur noch in der Erinnerung. Geblieben sind Märchen und Lieder, die das Vergangene aufleben lassen und ein Gefühl von Geborgenheit am Leben erhalten. Sie kamen an ein Häuschen, von Pfefferkuchen fein. Für einen Moment sind Angst und Hoffnungslosigkeit vergessen – und dass das kleine Haus gar nicht ihres ist. Es war so finster und auch so bitter kalt. Der Musiktheaterabend Wolfskinder verknüpft Humperdincks Oper Hänsel und Gretel mit der Geschichte von heimat- und elternlos gewordenen Kindern, die nach dem Zweiten Weltkrieg in den Wäldern Ostpreußens und Litauens umherirren – auf der Flucht vor Hunger, auf der Suche nach Identität – und erst nach Jahrzehnten ein neues Zuhause finden. Erstaufführung 25. Januar 2018

 

La BETTLEROPERa
Ein Großstadtcomic nach John Gay ’s »The Beggar’s Opera«
Musik, Lyrics: Moritz Eggert.
Von Balletto Civile (I), Neuköllner Oper und Freiraum Syndikat

Gays Masterpiece des ironisch-zeitkritischen Musiktheaters schlüpf in neue Kleider, Töne und Sprachen. Zehn deutsche und italienische Darsteller-Tänzer-Sänger und die Musiker des Freiraum Syndikats treffen in einer so körperlich-dynamischen wie emotional-poetischen Neufassung aufeinander. Sie erzählen, singen und vor allem „bewegen“ ihre Sicht auf die alte, nein zeitlose Geschichte von Oben und Unten, Liebe und Verrat, Geld und Trieb.
Eine neue Zusammenarbeit von Neuköllner Oper Berlin mit der international gefeierten, Grenzen- und Genres übergreifende TanzTheater-Kompagnie Balletto Civile und dem Komponisten Moritz Eggert („Bordellballade“). Uraufführung 19. Oktober 2017