Giovanni. Eine Passion

Mozart, Mythos, Friedhof: Wiederbegegnung mit der Erfolgsproduktion von Ulrike Schwab, STEGREIF.orchester und Neuköllner Oper

Statt im Bühnenraum der Neuköllner Oper treffen wir uns auf dem Neuen St. Jacobi-Friedhof/Prinzessinnengärten Neukölln, zur Stunde, in der die Sonne untergeht und mit abnehmendem Licht in eine andere Welt führt:

An der Grenze von Tag zur Nacht versammelt sich auf den halbdunklen Alleen und Wiesen eine illustre Trauergemeinde – Giovanni ist tot und ist dennoch nicht gestorben. Alle kennen ihn, lebt er doch in uns allen ungebrochen fort. Mit ihm, dieser großen, mythischen Figur stehen alle Frauen- und Männer-Bilder, Rollenerwartungen und die Ambivalenz von Anziehung, Verführung und Übergriff zur Disposition.. Das ist der Brennstoff für unsere Suche, auf der wir vermutlich mehr uns selbst begegnen als ihm. Und so wird aus der Feier einer Rückbesinnung ein wildes Fest – mit 22 singenden Musiker*innen und musizierenden Sänger*innen in der vielbeachteten Inszenierung von Ulrike Schwab und dem STEGREIF.orchester, das Gendergrenzen und musikalische Genres überschreitet und Mozart mit Jazz, Flamenco und Improvisation verbindet. „Eine Reise in die Musik hinein, die durch unsere Re-Komposition und Improvisation noch weitere Ebenen in die Geschichte webt«, wie Juri de Marco, der musikalische Leiter des STEGREIF.orchesters sagt.

GIOVANNI. EINE PASSION ist eine Expedition in die Alchemie des Mythos, den Zauber der Musik Mozarts und die Kreativität der 22 Darsteller*innen. „Es wäre wunderbar, wenn sich das Publikum diesem Abend so neugierig nähert wie einer Ausstellung mit unbekannten Bildern, mit offenen Augen und vor allem offenem Herzen. Um rauszufinden, was diese Oper noch alles sein kann“, so die Regisseurin Ulrike Schwab (Armida, Wolfskinder, Ist die Welt auch noch so schön; Mortier Next Generation-Preisträgerin 2021).

Das STEGREIF.orchester zählt seit Jahren zu den führenden ProtagonistInnen für innovative Konzerte – ein Pool von 30 genreübergreifenden Musiker*innen, die das Erbe der klassischen Musik ebenso lieben wie freie Improvisation, Jazz und andere Stile. Mit seinen Konzertprogrammen. tourt das Ensemble in ganz Deutschland wie auch international.

Musikalische Leitung: Juri de Marco | Regie: Ulrike Schwab | Arrangements: Malte Schiller, Alistair Duncan, Bertram Burkert, Anna-Sophie Brüning, Juri de Marco & Ensemblemitglieder des STEGREIF.orchesters | Musikalische Einstudierung: Anna-Sophie Brüning | Ausstattung: Pia Dederichs und Marina Stefan | Projektidee/Dramaturgie: Bernhard Glocksin

Mit: Hrund Ósk Árnadóttir, Derya Atakan, Sotiris Charalampous, Jeeyoung Lim, Enrico Wenzel, Justus Wilcken sowie Leon Albert, Bartosz Nowak, Anne-Sophie Bereuter, Julia Biłat, Bertram Burkert, Sebastian Casper, Nikola Djurica, Konstantin Döben, Alistair Duncan, Nina Kazourian, Paul Lapp, Valerie Leopold, Laura Lorx, Juri de Marco, Helena Montag, Jakob Petzl, Antonio Rivero, Celia Schann, Tabea Schrenk

Mit freundlicher Unterstützung von Prinzessinnengarten Kollektiv Berlin, Kiezkapelle Neuer St. Jacobi-Friedhof und Evangelischer Friedhofsverband Berlin.

Die Uraufführung der Indoor-Version fand am 10. Oktober 2019 als Produktion der Neuköllner Oper und des STEGREIF.orchester statt. Sie wurde gefördert vom Hauptstadtkulturfonds und unterstützt durch die Alfred-Töpfer-Stiftung, die Karl-Schlecht-Stiftung, das Radialsystem V sowie das Ministerium für Wissenschaft und Kultur Niedersachsen.


Die Veranstaltung findet in den Prinzessinnengärten auf dem Neuen St. Jacobi-Friedhof statt (Hermannstraße 99-105, 12051 Berlin | S+U Hermannstraße).


Bitte beachten Sie beim Kartenkauf und dem Veranstaltungsbesuch die Sicherheitshinweise und -vorkehrungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. 

 

 

Foto: © Matthias Heyde

Wunderkammer III: Pilze

Warum wir keine Individuen sind

Im herbstlichen Prinzessinnengarten begegnen wir faszinierenden Lebewesen. Sie lassen uns staunen, singen und die Welt anders sehen. Was auch immer Sie über Pilze dachten: Pilze und Menschen sind ein untrennbares Team. Sie sind überall, in, um und zwischen uns. Sie halten uns am Leben, bauen Schadstoffe in der Atmosphäre ab, verändern das Verhalten von Tieren und Pflanzen und beeinflussen, wie wir Menschen fühlen und denken. Und: Pilze und vor allem Myzelien, ihr unterirdisches Geflecht aus fadenförmigen Ausläufern, zeigen faszinierende Muster von Intelligenz, Kommunikation und Organisation – auch, dass wir keine Individuen im klassischen Wortsinn sind. Inspirationen zur Bewältigung der Herausforderungen unserer Zeit?

Aber Pilzstrukturen haben auch vieles mit Musik zu tun. Eine vielstimmige Musik – Polyphonie – ist dabei so etwas wie ein Spiegel, eine Erfahrung der Netzwerke und Labyrinthe der Pilze im Hörbaren. So hören wir an diesem Abend polyphone Musik u.a. von Monteverdi, Bach und Piazzolla, und werden selbst singen – eine Erfahrung von Welt in ihrem sinnlich hörbaren Abbild. Musik verbindet, wie Mikroorganismen und Pilzstrukturen Menschen, Tiere und Pflanzen verbinden.

Mit der Pilz-Expertin, Mikrobiologin und Künstlerin Vera Meyer, dem Fachmann für Schwarm- und andere Organisationsformen Jens Krause und Musiker*innen begeben wir uns auf eine Reise durch Gärten, Kiezkapelle und Friedhof, werden selbst Teil von Strukturen und einer Musik, die über einfache Kanons bis zu komplexer Polyphonie sinnliche Widerspiegelungen des Erlebten ist.

Mit Prof. Dr. Vera Meyer, Mikrobiologin (TU Berlin), Prof. Dr. Jens Krause (HU Berlin), Markus Syperek (Musikalische Leitung) und weiteren Musiker*innen mit Musik von Monteverdi bis Gegenwart.
Gastgeber und Moderation: Bernhard Glocksin
Raumgestaltung: Sabrina Rossetto

In Kooperation mit der

 

 

 

Die Veranstaltung findet in den Prinzessinnengärten auf dem Neuen St. Jacobi-Friedhof statt (Hermannstraße 99-105, 12051 Berlin | S+U Hermannstraße).


Bitte beachten Sie beim Kartenkauf und dem Veranstaltungsbesuch die Sicherheitshinweise und -vorkehrungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. 

 


Foto: © Christian Scheckhuber