
Der 1997 ins Leben gerufene BERLINER OPERNPREIS hat sich als Nachwuchsförderpreis im Bereich Musiktheater zu einer festen Größe der Berliner Kulturlandschaft und darüber hinaus entwickelt. Gefördert und ausgezeichnet werden Uraufführungen, die dem Musiktheater neue Wege aufzeigen, also die Grenzen des Genres ausloten und zugleich sinnlich, emotional und direkt sind. Die Neuköllner Oper und die GASAG teilen Jahren das Interesse an neuen, innovativen und dabei zugänglichen Kompositionen speziell für die Musiktheaterbühne. Mit dem Berliner Opernpreis schaffen sie ein Forum, in dem junge Komponist*innen experimentieren, sich z. B. zwischen Pop und Avantgarde ausprobieren und insbesondere ihre Expertise im Komponieren für die Bühne, die Szene, die Handlung und für die menschliche Stimme ausbauen können. Der Berliner Opernpreis bringt ausgewählte Arbeiten vor einem fachkundigen Publikum und einem professionellen Musiktheaternetzwerk auf die Bühne.
Der BERLINER OPERNPREIS 2027 wird von der Neuköllner Oper und der GASAG Berlin in Kooperation mit der Hochschule für Musik und Theater München und der Hochschule für Musik Hanns Eisler ausgetragen. Mehr als 50 Bewerber*innen aus dem In- und Ausland haben sich an der aktuellen Ausschreibung des Berliner Opernpreises beteiligt.
Aus den Konzepten auf der Grundlage von Brechts Baal hat eine Jury bestehend aus Dorothea Hartmann (Intendantin des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden), Brigitta Muntendorf (Komponistin und Intendantin der Kunstfestspiele Herrenhausen 2026) sowie Vertreter*innen der Hochschule für Musik Hanns Eisler, Berlin, der Hochschule für Musik und Theater, München, sowie der Neuköllner Oper folgende drei Finalist*innen ausgewählt:
ADRIAN LAUGSCH: BAAL BAAL BAAL (AT)
Adrian Laugsch schreibt Musik für Konzert, Bühne und Film. Seine Arbeit ist geprägt vom Interesse an der inhaltlichen und formalen Erweiterung des Klanges durch theatrale, interdisziplinäre und multimediale Strategien sowie der Suche nach neuen Ausdrucksformen zwischen postdigitaler Künstlichkeit und queerer Opulenz. Adrians Musik wurde von renommierten Interpret*innen (MDR Sinfonieorchester, JACK Quartet, Ensemble Musikfabrik u.v.m.) aufgeführt mit diversen Preisen (u.a. Stipendium der Wilfried-Steinbrenner-Stiftung, 1. Preis Kompositionswettbewerb Osnabrück, 2. Preis Internationaler Gustav- Mahler-Wettbewerb Klagenfurt) ausgezeichnet.
MINAMI NAGAI: Kurzoper nach Baal
Minami Nagai ist eine japanische Komponistin aus Osaka. Nach ihrem Kompositionsstudium an der Tokyo University of the Arts zog sie 2022 nach Deutschland und studiert derzeit Komposition im Master bei Moritz Eggert an der Hochschule für Musik und Theater München. Ihre Arbeiten umfassen Oper, Orchester-, Kammer- und Vokalmusik; 2026 war sie Artist-in-Residence am Plein Theater in Amsterdam.
Yasuhiro Ito ist nach seinem Studium an der Universität Tokio derzeit als Doktorand an der Universität Straßburg eingeschrieben, mit Schwerpunkt französische Literatur und Komparatistik. Er war als Dramaturg bei der japanischen jungen Operncompagnie Novanta Quattro tätig, unter anderem bei der Uraufführung der neuen Oper The Ship Eventually Fell Asleep von Minami Nagai.
ALINE SARAH MÜLLER: IM DATENRAUSCH – nach Baal (AT)
Aline Sarah Müller (2001) ist Komponistin und Geigerin. Derzeit absolviert sie ihr Masterstudium in Komposition an der HfMT Köln bei Brigitta Muntendorf und Oxana Omelchuk. Ihre Musik wurde bereits bei Festivals wie dem Acht Brücken – Musik für Köln, dem LIMINA Festival Salzburg und den Darmstädter Ferienkursen präsentiert. Sie arbeitete u.a. mit Künstler*innen und Ensembles zusammen wie Ensemble Proton, Ensemble Musikfabrik, Asasello Quartett oder HyperDuo. Aline ist die Geschäftsführerin der Schweizer Musikedition (SME) und wurde im Jahr 2025 mit dem Bernd-Alois-Zimmermann-Stipendium der Stadt Köln ausgezeichnet.
Mitmachen heißt bereits gewinnen: Denn die drei Komponist*innen werden schon in der Entwicklung der Kompositionen intensiv von den Mentoren Moritz Eggert (Komposition) und Bernhard Glocksin (Libretto) in Workshops und Coachings betreut. Gemeinsam mit Regieteams, Sänger*innen und Musiker*innen der Hochschule für Musik Hanns Eisler werden die drei neu komponierten Kurzopern im April 2027 auf die Bühne gebracht. Die ausgewählten Projekte erhalten ein gestaffeltes Preisgeld, das die GASAG Berlin sponsort.
BISHER

2024: ANNA & EVE
Ein KI-Musiktheater von Marie Kling (Text und Eva Kuhn (MUsik), Fassung: Fabian Gerhardt

2024: LISAS LAND DES LÄCHELNS
Eine Dating-Operette nach Franz Lehár von Abigél Varga (Musik) und Elisabeth Pape (Text)

2020/2022: comPOSITION
1. Preis: A LIGHT BLUE DAY / EIN HELLBLAUER TAG (Andys Skordis/Jelena Vuksanovic)
2. Preis: SUBOTNIK (Samuel Penderbayne/Theresa von Halle)

2018: TAKE IT OR LEAVE IT
1. Preis: ARIANNA, ARIADNE, ARIANE (Tom Smith/Caitlin van der Maas)
1. Preis: PROTHESEN DER AUTONOMIE (Thierry Tiedrow/Zsófia Geréb/Franziska vom Heede)

2016: GAME OVER # GO ON!
1. Preis: POST-NUCLEAR LOVE (Yuval Halpern/Svenja Viola Bungarten/Anja Kerschkewicz)
2. Preis: WESENDONCK-LIEDER HEUTE (Het Geluid/Annelies van Parys)

2014: NIGHT IN EUROPE
1. Preis: GO, AENEAS, GO! (Xavier Bonfill, Raquel García-Tomás, Octavi Rumbau, Cristina Cordero Crespo)
Förderpreis: LUFT_SCHLOSS, ERD_REICH (Verena Marisa)

2012: NEW DEAL
1. Preis: HONOLULU VAGAMAMI (Kompanie [zwischen])
2. Preis: MEIN CHINESISCHES HERZ SINGT DIR EIN LIED (Anna Peschke)

2010: VERBOTENE LIEBE
1. Preis: DER UNFALL (Heera Kim/Julia Langkau)
2. Preis: WEST SIDE STORNO (Simon Frei)
3. Preis: 20 MINUTEN (Michaela von der Nahmer/Andreas Bisowski)
4. Preis: ROMEO UND JULIA HEUTE (Markus-Lehmann Horn/Andrea Heuser)

2008: TOD EINES SCHNEIDERS
1. Preis: Bruno Nelissen
2. Preis: Adrian Sieber
3. Preis: Nikolai Zinke

2002: MÜNCHHAUSEN – HERR DER LÜGEN
1. Preis: Dan Dediu
2. Preis: Maxim Selojanov
3. Preis: Uri Rom

1997: DER WURM
Preisträger: René Arnold, Ulrich Kallmeyer, Stefan Schneider-Uerdinger, Benjamin Rinnert, Johannes Martin Kränzle, Alexander Wagendristel/Robert Wiche
Berliner Opernpreis von Neuköllner Oper und




