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Bezahlbarer Wohnraum, adieu?

Wir hatten einen Traum, er war klein und bescheiden, dachten wir… Es ging um bezahlbare Mieten und das Recht auf Wohnen. Dieser Traum schien 2020, dem Jahr der Uraufführung von Felix Krakaus und Yuval Halperns Immobilien-Infotainments OPERA FOR SALE, zumindest greifbar: „Seit Februar 2020 waren die Mieten für rund 1,5 Millionen […] Wohnungen auf dem Stand von Juni 2019 eingefroren. Mieten, die mehr als 20 Prozent über den Obergrenzen lagen [waren] gesetzlich verboten.“ (Berliner Morgenpost, 16.4.21) Nun wurde der Mietendeckel vom Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe gekippt, Mieter*innen stehen vor großen Unsicherheiten – und wir alle vor der nächsten Runde im Betongold-Monopoly.

 Mehr zu Immobilienspektulationen und dem Kampf um menschenwürdiges Wohnen erfahren Sie in unserer Webserie Opera for Sale und auf der Seite der Angel Dust Company.

PS: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Denn, Sebastian Scheel, Senator für Stadtentwicklung und Wohnen gibt nicht auf: „Im Senat werden wir […] über die Konsequenzen aus dem Urteil beraten. Der Senat [sieht sich] in der Verpflichtung, sozial verträgliche Lösungen für Mieterinnen und Mieter zu entwickeln.“ (Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen)


Ein Beitrag von Änne-Marthe Kühn (Dramaturgie)

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Wir sagen JA JA JA JA JA! Der Dean ist wieder da!

Wir schrieben das Jahr 2020, als wir dabei waren, dem „Elvis der DDR“ einen lila Teppich auszurollen für seine neue letzte Show. Dann kam die erste Welle – da hieß es abbrechen, Requisiten und Hoffnung einpacken, nicht aufgeben!

Am 3. September war es dann soweit: Unsere Show vom IRON CURTAIN MAN ging tatsächlich mit echtem Publikum, Tanz und stürmischen Applaus über die Bühne. Dann kam die zweite Welle… ok, kennen wir, nicht aufgeben, und nicht bange werden vor der Dritten. Also: Noten raus, Proben festlegen und unbeirrt loslegen, „auf Sicht“: Am 17. April 2021 wären wir wieder live und voll analog am Start und würden wieder singen „Wir sagen Ja Ja Ja Ja Ja!“. Es kam dann doch die dritte Welle – dafür war die neue Online-Live-Show geboren, bei der das Publikum von zu Hause vom 17.4.-6.5. an 7 Abenden die Antwort große Frage mitbestimmt: Wer wird The Dean of Germany? 

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Ein Beitrag von Berhard Glocksin (Künstlerischer Leiter)

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MOON MUSIC – ein Nachklang und (k)ein Neubeginn?

Drei Monate, drei Stücke – mit der dreiteiligen Musiktheater-Reihe MOON MUSIC ist die Neuköllner Oper in das Jahr 2021 gestartet. Während die Kultur seit November im analogen Raum still steht und auch in den nächsten Monaten mutmaßlich inne-ge-halten wird, haben wir dafür alles in Bewegung gesetzt, damit Musik und Theater weiterhin stattfinden können.

Innerhalb kürzester Zeit wurde aus den geplanten Musiktheaterperformances in der Regie von Selina Thüring ein digitales Format entwickelt, das uns, die Musiker*innen des STEGREIF.orchester und nicht zuletzt ein digitales Publikum von insgesamt knapp 600 Personen doch real anrühren konnte. Denn die Reise, die wir gern im Außen gemeinsam gegangen wären, konnten wir nun in die Wohnzimmer und damit gewissermaßen in die ganz nahe Privatheit der Zuschauenden bringen. Eine Reise, die nach wie vor jeden Tag im Inneren stattfinden muss, um das uns Umgebende, Umweltende, besser wahrzunehmen und beschützen zu können.

Der Weg nahm daher Abschied von Lärm und Luft der Stadt und transformierte die Protagonist*innen, die sich mit Kraft und Mut auf die Suche nach dem Neubeginn auf einer der letzten freien Grünflächen der Stadt begeben konnten: auf dem Neuen St. Jacobi Friedhof und in der Kiezkapelle. Hier liegen – direkt neben dem vibrierenden Tempelhofes Feld – Tod und Leben ganz nah beieinander. Doch beide Orte erfahren seit wenigen Jahren eine Umwidmung ihrer ursprünglichen Bestimmung. So wurde die ehemalige Trauerkapelle zu einem Ort für lebendige Kultur. Und der Friedhof wird durch das Prinzessinnengarten Kollektiv zum Ort für eigenständige Versorgung und nicht zuletzt für gemeinschaftlichen Austausch beim Pflanzen von Kräutern, Gemüse und Obst.

Und so knüpft die Hoffnung in der Erzählung des multimedialen Musiktheater-Experiments MOON MUSIC an ganz reale Veränderungsprozesse in der Gesellschaft an – verbunden mit der Hoffnung an ein baldiges Wiedererwachen einer lebenden Kultur-Landschaft. Denn eines ist sicher: unsere nächste musiktheatrale Exkursion in die Prinzessinnengärten findet live und leibhaftig mit Ihnen statt! Dazu mehr nach dem kulturpolitischen Frühlingsbeginn.


Ein Beitrag von Änne-Marthe Kühn

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Urban Stories – Osteraustausch: Anmeldung für alle ab 14 Jahren bis 28. März!

Die Osterferien stehen vor der Tür, aber mit Urlaub wird es wohl eher nichts. Wir wollen trotzdem raus aus den eigenen vier Wänden und rein in die Stadt! Für alle ab 14 Jahren veranstaltet die Neuköllner Oper den URBAN STORIES – Osteraustausch und macht sich auf die Suche nach Geschichten aus dem Kiez.

In vier Workshops zu Schauspiel, Musik, Tanz und Text nutzen wir die Straßen Neuköllns als Bühne. Wir streifen durch den Stadtraum, der uns umgibt und denken ihn neu, stellen ihn auf den Kopf, drehen ihn einmal um die Achse. Zwischen Brautmoden und Arcaden lassen wir uns inspirieren – wir entwickeln Choreos, suchen Worte, finden Klänge, gestalten Szenen. Fragestellungen könnten sein: Wer sind die Menschen aus dem Viertel und welche Figuren lassen sich dazu erfinden, welche Geschichten erzählen? Welche Worte schleudern uns entgegen, was steht auf den Schildern oder den Wänden geschrieben – und was könnte daraus entstehen? Ein Späti-Gedicht, eine Ode an die Arcaden oder ein Dialog zwischen zwei Tauben? Welche Choreografien entdecken wir auf den Straßen und wie können wir neue erfinden? Wie würden wir uns gerne einmal in der Öffentlichkeit bewegen, haben es uns aber noch nie getraut? Können wir Musik machen aus den Klängen der Umgebung? Wir arbeiten mit Geräuschen, Instrumenten, Beats und Gesang und suchen so den Sound von Neukölln! Zuerst arbeiten wir getrennt in den Kleingruppen der verschiedenen Disziplinen und am Ende mixen wir alles zusammen zu einer gemeinsamen Performance im Stadtraum. So entsteht in Rekordzeit eine Tour der Künste durch Neukölln! Meldet euch an, für Verpflegung ist gesorgt!

Anmeldung mit Name, Geburtsdatum, Adresse und Handynummer
bis spätestens 28.3.21 an die Projektleiterin Franziska Korte unter:
jung@neukoellneroper.de


Ein Beitrag von Felix Krakau 

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Die Neuköllner Oper unterstützt den Globalen Klimastreik am 19.03.2021

In nur 6 Jahren werden wir das Klimaziel von 1,5°C Erderwärmung dann also verfehlt haben… Aber kein Grund den Kopf in den schon jetzt nachweislich angestiegenen Meeresspiegel zu stecken – noch können wir handeln und zwar JETZT…

Wer gern selbst einmal testen will, wieviel CO2 im privaten Haushalt so anfallen und was gespart werden kann, findet hier den CO2-Schnellcheck des Umweltbundesamtes. Wer noch weiter testen will, findet beim BUND mehr Infos.

Und wer sich selbst ab heute als Weltretter*in erleben möchte, kann sofort mit Maßnahmen anfangen, die nicht oft genug wiederholt werden können:
–       Pflanzliche, regionale, saisonale Ernährung
–       Radfahren statt Autofahren
–       Weniger Fliegen

Und weil wir nicht nur schlau daherreden wollen, haben wir im Haus begonnen, unsere erste interne Klimabilanz zu ziehen und sämtliche Produktionsprozesse auf ihre Nachhaltigkeit hin zu prüfen. Wir sind gespannt auf die Ergebnisse – mehr schon bald an dieser Stelle.

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Berliner Opernpreisträgerin auf Fedora-Shortlist

Erinnern Sie sich noch an die elektro-akustische Satire vom EU-Ritter auf Odysse durch die Schaltzentralen der EU? Go, ÆNEAS, go! vom Spin Off Collective gewann 2014 den Berliner Opernpreis. Die Komponistin Raquel García-Tomás war damals Teil des ausgezeichneten Kollektivs, inzwischen werden ihre Werke in Opernhäusern, Konzertsälen und Theatern von Luxemburg bis Argentinien aufgeführt.

Nun ist die vielseitige Komponistin und Videokünstlerin mit ihrer Auftragskomposition Alexina B. auf der Shortlist des europäischen Fedora-Preises, und freut sich über Ihre Unterstützung: Hier können Sie für ihr Stück abstimmen, das voraussichtlich 2022/23 im Gran Teatre del Liceu/Barcelona uraufgeführt wird. Wir drücken die Daumen!

Alles über den kommenden Berliner Opernpreis finden Sie hier.

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Der Mond im Auge (der Betrachter*innen)

Mit der Reihe MOON MUSIC ist gemeinsam mit dem STEGREIF.orchester und dem Prinzessinnengarten Kollektiv Berlin ein dreiteiliges Musik-Theater-Film-Experiment gestartet, das im ersten Teil 200 Menschen berührte, obwohl jede*r sich an ganz unterschiedlichen Orten befand. In unserer musikalischen Metamorphose geht es um das fantastische Ziel, in Zeiten von Kälte, Unsicherheiten und Abstand einen alten König zu retten …

(oder vielleicht auch nicht), den Frühling wieder zu finden und schließlich einen Neubeginn zu wagen. Doch bevor dieser „Neustart“ im März dann im dritten Teil stattfinden kann, müssen – wie im echten Leben – erst einmal die Vorbereitungen getroffen werden:

MOON MUSIC 1 – Abschied: Die Menschen hinter den Computerbildschirmen ließen ihre Sorgen und Nöte los und übergaben sie an uns. Im zweiten Teil werden wir sie nun ent-sorgen…

MOON MUSIC 2 – Transformation: Während in den Zeiten der C. das bisherige Theatermachen nahezu unmöglich ist, lässt es uns doch nicht los. In den aktuellen Zeiten gelten in allen Lebensbereichen neue Regeln und so ist es an der Zeit, auch die Regeln für das Schaffen von Musiktheater neu zu denken. Derzeit arbeiten wir an einem neuen Musiktheater-Konzert-Interaktions-Hybrid. Und wir freuen uns, Anfang Februar zwei Tage in den Straßen von Neukölln ein paar verrückte Szenen mit unserer „STEGREIF.band“ zu drehen.

Das vierköpfige Ensemble (bestehend aus Sängerin Marine Madelin den STEGREIF-Musikern Konstantin Döben (Trompete), Bertram Burkert (Gitarre), Antonio Rivero (Schlagwerk))  hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Lasten der ersten Gruppe auf den Berg zu tragen und sie dem heiligen Ort zwischen Tod und Leben an der Hermannstraße zu überantworten.

Denn das wiederum interaktive digitale Konzert wird dann am 10. und 12. Februar in der Kiezkapelle auf dem Neuen St. Jacobi Friedhof bei den Prinzessinnengärten stattfinden.

Und wieder werden wir Fragen an das Publikum stellen – diesmal zur Transformation, denn nur gemeinsam können wir diese Reise bestreiten. Und nur wenn jede*r einzelne – egal ob Musiker*in oder Zuschauer*in – bereit ist zu Veränderung, kann auch ein größerer Wandel gesellschaftlich, ökologisch, politisch erreicht werden.

MOON MUSIC 3 – Neubeginn: Im März proben wir dann einen Wandel mit dem Frühling und für eine neue Zeit.

 


Ein Beitrag von Änne-Marthe Kühn (Dramaturgie)

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Neues Jahr, neues Glück

Zwar lässt die Pandemie aus guten Gründen keine Theatervorstellungen zu, dennoch wollen wir die Zeit gut nutzen, um mit Ihnen auf andere Weise zusammenkommen bzw. in Verbindung bleiben zu können: Wir arbeiten an der Umformung unserer Produktionen in teils digitale, teils hoffentlich überraschende Live-Formate. Näheres dazu in Kürze!

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Weihnachts-Jam am 18.12.

Zum Abschluss der Reihe Beethoven Backstage wollten sich Mitglieder des Casts von Der Mann der sich Beethoven nannte letztmalig in diesem Jahr für eine Live-Session treffen: Mit den Trickster Orchestra-Gründer*innen Ketan Bhatti & Cymin Samawatie, die gemeinsam mit dem Pianisten Niko Meinhold die Musik unseres Beethoven-Stücks komponierten, und dem Sheng-Virtuosen Wu Wei.
Ganz im Sinne des „Mannes der sich Beethoven nannte“ und seinem Credo für eine gerechtere Gesellschaft, wollten wir dazu einladen, über den Tellerrand mit der Weihnachtsgans hinaus zu schauen…

… und an eine Initiative der eigenen Wahl zu spenden: Zum Beispiel für mehr Umwelt- und Tierschutz, den Klimaschutz, für Menschlichkeit an Europas Außengrenzen oder für die unverzichtbare Arbeit der Berliner Stadtmission.

Durch die aktuelle Pandemielage kann dieser Event nicht stattfinden. Gleichwohl gibt es die Möglichkeit, den Komponisten Ketan Bhatti am 18.12. per zoom hier zu treffen. Der Blick über den Tellerrand scheint uns allerdings dennoch wichtig: Wir wünschen Ihnen in diesem Sinn ein gesundes und solidarisches Weihnachten!


Foto: © Silke Weinsheimer

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Spielpause bis voraussichtlich Januar 2021..

Aufgrund der aktuellen Pandemie-Verordnung bleibt unser Haus zunächst bis 22. Dezember 2020 geschlossen. Die Politik geht jedoch davon aus, dass mit einer Rückkehr zum Spielbetrieb frühestens im nächsten Jahr zu rechnen ist. Daher bleibt unser Haus voraussichtlich bis Ende Januar geschlossen und wir hoffen, Sie im Februar zur Wiederaufnahme von IST DIE WELT AUCH NOCH SO SCHÖN wieder persönlich in unserem Haus begrüßen zu können. Bis dahin sind wir digital für Sie da:

Mit BEETHOVEN BACKSTAGE laden wir Sie ab dem 3. Dezember zu digitalen Begegnung mit den Ensemblemitgliedern der Produktion DER MANN DER SICH BEETHOVEN NANNTE ein. Im neuen Jahr starten wir dann gemeinsam mit dem STEGREIF.orchester in die neue Veranstaltungsreihe MOON MUSIC, die voraussichtlich teils online, und im Frühjahr hoffentlich auch analog stattfinden wird.

Selbstverständlich können gekaufte Karten für DER MANN DER SICH BEETHOVEN NANNTE erstattet bzw. nach Möglichkeit umgetauscht werden. Schicken Sie dazu an eine Mail an tickets@neukoellneroper.de.

Da wir uns als Freies Theater wesentlich durch die Ticketeinnahmen finanzieren, würden wir uns sehr über Ihre Solidarität freuen: Sie können uns und die mit uns arbeitenden freischaffenden Künstler*innen mit einer Spende, dem Verzicht auf die Rückerstattung Ihrer Karten für die entfallenen Vorstellungen oder dem Kauf eines Gutscheins unterstützen – einlösbar für sämtliche kommende Aufführungen nach der Spielpause.

Spendenkonto:
Neuköllner Oper
Postbank Berlin
IBAN: DE13 1001 0010 0396 8731 02

BLEIBEN SIE GESUND.
Wir freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen!

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